08.07.-17.07. Johannas Tagebuch – Der Kreis ist geschlossen, zurück zum Ausgangspunkt. Und weiter…

08.07.-10.07. Besuch in Kiel

Am späten Freitag Abend ist Pete wieder an Bord. Wir sitzen lange im Salon und quatschen. Irgendwann wird es mir zu spät und die Jungs müssen alleine weitermachen. Am nächsten Tag sind sie dementsprechend müde und wir starten erst spät in den Tag. Es gibt Kaffee und Frühstück im Cockpit, bevor wir die Gelegenheit nutzen und mit Petes Auto zu Aldi fahren. Wir bunkern 180 Liter Wasser und was man sonst so braucht für den restlichen Sommer in der Ostsee. Als alles an Deck steht machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Das Wetter ist großartig und wir schlendern am Ufer der Förde entlang, gucken uns ein bisschen die Innenstadt an und machen den ein oder anderen Einkehrschwung. Es gibt Fischbrötchen, Currywurst und Bier im Biergarten, Weizen und Weisswein im Ufercafe. Am späten Nachmittag gehen wir wieder an Bord. Für abends habe ich einen Tisch beim Vietnamesen bestellt, den ich im Internet gefunden habe. Rund um den Hafen gibt es nicht viel und wir laufen gut 20 Minuten, bis wir da sind. Es lohnt sich. Der Laden ist schön und das Essen gut. Satt und glücklich sind wir gegen spät wieder auf dem Boot. Am Sonntag fahren wir mit dem Auto nach Laboe. Hier ist die Hölle los, es ist gutes Wetter und Wochenende. Wir mischen uns unter die Touristen und schlendern am Ufer entlang zum Uboot. Für 4,50€ kann man das besichtigen. Gegen die Preise für Touri-Attraktionen die wir aus England gewohnt sind ein echtes Schnäppchen. Allerdings kapiert man ohne Führung auch wenig von den ganzen Rohren, Rädern und Hebeln in Inneren und ist nach 15 Minuten fertig mit dem Rundgang. Naja, cool war es trotzdem, sich vorzustellen wie es ist, auf so einem Schiff mit über 30 Mann eingesperrt zu sein. Fast so viel Platz wie auf der Good Times. Als wir wieder im Hafen sind macht Pete sich auch gleich auf den Weg. Er muss immerhin noch gut 600 km nach Frankfurt fahren und am Montag wieder arbeiten. Schon cool, dass er die Strapazen auf sich nimmt um uns übers Wochenende zu besuchen. Wir bleiben Montags noch in Kiel und machen Bürotag. Das Wetter ist mies und wir segeln ja nicht gerne bei schlechtem Wetter.

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Die Crew wieder vereint, in Kiel.

11.-13.07.2017 Zurück am Ausgangsort, Heiligenhafen

In der Hohwachter Bucht wird geschossen. Die Marine übt den Ernstfall und fordert jeden Eindringling höflich auf, sich nach ausserhalb der Sperrgebietstonnen zu verziehen. Wir wissen Bescheid und sind auf den ca. 11 Seemeilen Umweg eingestellt. Leider ist der Wind nicht so wirklich konstant. Mal können wir segeln, mal müssen wir Motorboot fahren und es regnet auch ab und zu. Und obwohl wir morgens schon gegen neun weggekommen sind ist es halb sieben, als wir in der Marina festmachen. Egal, wir haben uns auf Heiligenhafen gefreut, hier sind wir vor über einem Jahr losgefahren und wir mögen den Ort einfach. Eigentlich wäre das ja ein Grund zu feiern, aber das verschieben wir auf Morgen. Heute ist uns nach so einem langen Tag nicht nach Restaurant und so gehen wir in die Fischhalle zum Fischbrötchen essen. Leider sehen die um diese Tageszeit alles andere als frisch aus und so bestellen wir uns Currywurst mit Pommes. Auch lecker.

Am nächsten Tag nutzen wir endlich mal die Gelegenheit eines Bootsausrüsters in Laufnähe. Wir besorgen eine neue Gasflasche, ein bisschen Gummiband, Seekarten für die Ostsee und noch das ein oder andere. Fast alle unsere Gummistropps sind inzwischen hinüber. Die Sonne hat sie porös werden lassen. Die Haken sind aber noch gut und so kann ich mit neuem Gummiband ganz einfach neue Stropps basteln. Man muss sich ja beschäftigen. Abends gehen wir dann wie versprochen in den Salzspeicher, unser Lieblingsrestaurant hier. Als wir reinkommen wird vor uns gerade ein älteres Pärchen abgewiesen. Es ist ziemlich voll. Als wir aber ganz nett nach einem Platz fragen lässt der junge Kellner schnell ein Reserviert-Schild von einem gemütlichen Zweiertisch verschwinden und bittet uns Platz zu nehmen. Wie nett! Wir lassen uns ein Schnitzel und Pannfisch schmecken und ich gönne mir sogar ein Glas Rotwein. Am nächsten Tag haben wir keine ToDos. Wir gehen also endlich mal an den Strand und auf die Seebrücke. Obwohl wir nämlich schon oft in Heiligenhafen waren, haben wir es noch nie hierher geschafft. Das neue Viertel am Hafen ist fertig gebaut und ganz nett geworden. Noch sieht es ein bisschen künstlich aus, aber die neuen Mieter sind auch noch nicht alle eingezogen. Vom Strand aus laufen wir über den Graswarder, eine kleine Halbinsel, die unter Naturschutz steht. Mit Vögeln können wir nicht besonders viel anfangen, aber das Wetter ist schön und wir können Bewegung gebrauchen. Am Wochenende beginnt das berühmte Hafenfest in Heiligenhafen. Hier waren wir schonmal vor zwei Jahren und haben zufällig ein super cooles Konzert von der Band Tonbandgerät gesehen. Schon heute abend geht es mit ein paar kleinen Events los und wir wollen uns mal dazustellen. Leider bläst ein fieser kalter Wind, so dass wir nach einem Bier den Rückzug antreten und uns unter Deck verziehen. Am nächsten Tag soll es weitergehen.

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Mittags Seebrücke
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Abends Salzspeicher

14.-17.07.2017 Fehmarn

Aber nicht so weit. Nur ein paar Meilen, durch die Fehmarnsundbrücke, und links ab nach Burgstaaken. Von hier aus kann man zu Fuß in die Stadt Burg laufen, von der großen Marina in Burgtiefe ist das zu weit. Der Hafen von Burgstaaken ist aber leider ziemlich runtergekommen. Die Stege und Boxen sind alt und zum Teil fast morsch. Die Sanitäranlagen sind in schlecht belüfteten Containern, aber immerhin kostenlos. Als Langfahrer hat man schon deutlich andere Ansprüche an einen Hafen als als Urlaubssegler. Wenn du 365 Tage im Jahr auswärts duschen musst ist es schon schön, wenn man sich dabei nicht in eine winzige Zelle quetschen muss oder das Wasser nach dem Duschen knöcheltief in der Wanne steht. (Ich übertreibe, in den meisten Fällen sind die Sanitäranlagen total in Ordnung) Ausserdem willst du, dass dein zu Hause an einem vernünftigen Steg festgebunden ist, auf den du dich auch verlassen kannst, wenn es nachts aus heiterem Himmel anfängt heftig zu winden. Naja, für eine Nacht wird es gehen. Wir vertrödeln den Tag und gehen am Nachmittag in die Stadt. Hier ist ein Food-Truck Festival, wovon wir uns ein leckeres, günstiges Abendessen versprechen. Später ist auch noch Livemusik. Wir stapfen also los, so gut 20 Minuten sind es immerhin, bis wir da sind. Die Trucks sind ziemlich einfältig. Eigentlich gibt es an allen Burger. Und Burger können wir, nach 6 Monaten Karibik, zum verrecken nicht mehr sehen. Bis um 20h die Livemusik beginnt wollen wir auch nicht hier rumhängen. Also marschieren wir wieder zum Hafen und machen Nudeln mit Pesto. Später raffen wir uns sogar wirklich nochmal auf, latschen wieder gut 20 Minuten, und hören uns die Band an. Mittelmäßig, sagen wir mal. Wohlwollend. Aber die Touri Meute im völlig überfüllten Fehmarn der Hochsaison fährt irgendwie drauf ab. Wir nicht so, wir machen uns wieder auf den Rückweg. Immerhin haben wir unser Laufpensum heute rein bekommen.

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Das obligatorische Bild mit Fehmarnsundbrücke
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Die Sonne genießen, solange sie da ist.

Am nächsten Tag der nächste Monsterschlag. In einen besseren Hafen für das angesagte schlechte Wetter. Von Burgstaaken nach Burgtiefe. Nicht mal eine Seemeile, ca. 15 Minuten motoren. Geschafft. Als wir gegen elf Uhr morgens die Leinen fest haben sind wir total kaputt. Haha… Da das Wetter gut ist, machen wir uns auf an die Strandpromenade. Auch hier totaler Urlauberauflauf. Es ist halt Hochsaison. Uns ist das irgendwie zu viel und wir gehen wieder an Bord. Wir bauen die Hängematte am Spibaum auf, das erste Mal seit wir sie mit rumfahren. In der Karibik war es ohne Schatten immer viel zu heiß, hier ist sie jetzt perfekt. Ich verbringe den Abend also mit meinem Buch in der Sonne. Am nächsten Tag passiert nicht viel. Es regnet, den ganzen Tag, wie aus Kübeln. Das Buch von gestern hat abends schon verloren. Morgen soll es besser werden, wir wollen weiter, in neue Gefilde.

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Frühmorgentliche Laufeinheit, von, ähm, ca. 4 Kilometern… Naja, besser als nix.
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Wie cool ist bitte eine Hängematte, die über dem Wasser schwebt?
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Ein Gedanke zu “08.07.-17.07. Johannas Tagebuch – Der Kreis ist geschlossen, zurück zum Ausgangspunkt. Und weiter…

  1. Hey ihr zwei, jetzt wirds aber mal langsam Zeit, dass ihr wieder nach DA kommt und Euch den Büro-Wind um die Ohren wehen lasst 🙂 Mich würd’s freuen, aber ich schau auch gerne noch weiter Eure tollen Bilder 🙂 🙂
    LG,

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