Johannas Tagebuch 04.-06.07.2017 Zurück nach Deutschand

Wenn man von Delfzijl nach Cuxhaven will, kann man eigentlich keinen passenden Wind haben. Man muss nämlich erst raus aus der Ems, nach Nord, bzw. Nord-West, und dann nach Ost-Nord-Ost. Nachdem wir mal wieder drei Tage Starkwind hatten wollen wir aber langsam weiter, in die lang ersehnte Ostsee. Für heute ist erst guter, dann schwacher Wind aus Nord-West angesagt. Wir legen also gegen acht ab, als der Strom kentert und uns aus der Ems rausträgt. Am Anfang geht es gut, wir kreuzen und kommen gut voran. Als wir vor Borkum dann immer weiter Richtung Westen drehen müssen, kommen wir nicht mehr richtig von der Stelle. Wir machen den Motor an und fahren gegenan. Am Borkum Riff begrüßt uns dann eine tierische Kabbelsee. Der Strom kentert gerade, es ist flach und der Wind kommt auch noch dazu. Extrem unangenehm, vor allem unter Motor. Nach einer guten Stunde ist es geschafft, wir können nach Osten abdrehen und mit raumem Wind segeln. Irgendwann lässt der Wind dann nach und wir müssen wieder motoren. Wie erwartet. Die Nacht verläuft dann wenig spektakulär. Als wir gegen halb vier die Jade-Weser-Elbe Mündung erreichen, ist zwar wieder Verkehr, aber nichts dramatisches.

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Borkum, dieses Mal fahren wir nur vorbei

Im ersten Morgenlicht sind wir an Elbe 1. Es ist bald Niedrigwasser und der Strom noch gegen uns. Es ist meine Wache und ich halte mich eng am Tonnenstrich. Leider regnet es und ich muss steuern. Vor mir sehe ich ein paar große Schiffe, die komisch am Rande des Fahrwassers rumkreuzen. Ein größerer Tanker ist sogar ausserhalb des Fahrwassers. Er ist mit zwei roten Lichtern beleuchtet, da muss irgendwas los sein. Über Funk habe ich nichts gehört, also gucke ich aufs AIS und es zeigt mir diesen Frachter „Auf Grund“. Verrückt, wie passiert denn sowas. Die kreuzenden Schlepper und das riesige Schiff der Küstenwache sind auf Standby um dem Unglücksraben zu Hilfe zu kommen, falls nötig. Ich schlängel mich im Schneckentempo an der „Neuwerk“ vorbei und passiere dann auch noch den Schlepper, ziemlich nah. Danach keine weiteren Vorkommnisse, gegen acht machen wir in Cuxhaven fest. Yeah, die letzte Nordsee Etappe und die letzte Nachtfahrt für ein paar Wochen.

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Küstenwache mit Festbeleuchtung
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Frieren im Cockpit, morgens um fünf

Wir verwandeln den Schlafsaal unter Deck wieder in einen Salon und machen dann erst mal Kaffee. Das Wetter ist schön und wir geniessen die Sonne im Cockpit. Nach einer ausgiebigen Dusche gehen wir nachmittags in die Stadt, stöbern im Buchladen, Essen ein Fischbrötchen und gönnen uns das erste deutsche Weizenbier. Wie die Tradition es verlangt statten wir Abends der örtlichen Pizzeria einen Besuch ab. Kaum sind wir wieder an Bord fallen wir völlig erschlagen ins Bett.

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Brathering und Weizen, willkommen in Deutschland

 

 

 

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