Johannas Tagebuch 21.-27.06.2017 Ijsselmeer, Flottilensegeln ohne Segeln.

Es ist Ostwind angesagt, das sollte passen um nach Enkhuizen im Ijsselmeer zu segeln. Kurz vor der Oranjesluis, die den Nordzeekanaal mit dem Markermeer verbindet, sehe ich auf einmal ein bekanntes Boot. Die Careka, ein Lagoon 38 Katamaran. Mit den Norwegern Geir und Birgit sind wir schon über den Atlantik gesegelt und uns auch in der Karibik immer wieder begegnet. Als wir vor der Schleuse festmachen, tauschen wir uns über die letzten Wochen aus. Sie sind  über den Atlantik gesegelt und haben nichts Gutes zu berichten. Entweder sind sie viele Tage am Stück Motorboot gefahren, oder haben richtig auf die Mütze bekommen. Wir sind mal wieder froh, dass wir uns gegen zurücksegeln entschieden haben. Hinter der Schleuse ist nichts mit Ostwind. Er kommt eher aus Nord uns lässt uns nicht segeln. Wir motoren gegenan, nicht so cool. Aber was solls. Am frühen Abend sind wir endlich da. Wir kochen und essen was, bevor wir eine Runde durch den Ort gehen. Nett hier. Schade, dass es schon so spät ist und wir am nächsten Tag gleich weiter wollen.

Um nicht wieder so spät anzukommen legen wir um halb elf ab. Es sind auch nur ca. 15 Meilen, ein mal quer über den See nach Hindeloopen. Da wollte ich schon immer mal hin. Kurz nach Mittag sind wir da. Der Hafen ist hübsch und der Hafenmeister nett. Wir spritzen endlich mal das Boot ab. Seit Dover ist es super dreckig. Voll schwarzem Staub, Asche oder sonst irgendwas. Sieht auf jeden Fall schlimm aus. Kaum sind wir fertig, fängt es an zu regnen. Ausserdem nimmt der Wind deutlich zu und wir sind froh, dass wir sicher im Hafen liegen. Statt das Dörfchen anzugucken, gehen wir zum Bootsausrüster in der Marina, hier ist es trocken. Im Schaufenster stehen Klappfahrräder. Ich hätte so gerne Räder an Bord, um nicht immer alle Strecken zu Fuss gehen zu müssen. Allerdings wissen wir nicht so richtig, wohin damit und für zwei Räder ist man dann auch ziemlich viel Geld los. Naja, jetzt lohnt sich die Investition vielleicht auch nicht mehr. In einer Regenpause klettern wir auf den Verkoopsteiger (ich liebe die holländische Sprache! :-D) und gucken uns die Schiffe an. Wir könnten uns kein besseres Boot vorstellen als die Good Times, aber gucken und vergleichen macht doch immer Spaß. Mehr sehen wir leider auch von diesem Ort nicht.

Am nächsten Tag geht es nämlich schon wieder weiter. Es ist Freitag und später treffen wir Biggi und Andi in Makkum, Freunde von uns aus Wilhelmshaven. Die beiden haben sich gerade auch ein Schiff gekauft, das in Makkum liegt. Was ein Zufall, dass wir uns jetzt hier treffen können. Wir freuen uns total, sie nach so langer Zeit wiederzusehen. Die Nacht war stürmisch und wir haben schon befürchtet, dass wir mit dem Bus nach Makkum fahren müssen. Aber morgens nimmt der Wind ein bisschen ab und wir fahren im zweiten Reff und mit wenig Fock die 10 Meilen am Wind Richtung Norden. Spaß macht das nicht, aber es geht. Gegen ein Uhr klopft es und wir haben Besuch. Biggi und Andi sind da. Nach einer freudigen Begrüssung gehen die zwei auf ihr Boot um einzuräumen. Wir leihen uns solange ihr Auto und bunkern Wasser und Anderes aus dem Supermarkt. Später gehen wir rüber und machen eine Bootsführung. Dann sitzen wir einfach nur rum und erzählen und erzählen und erzählen. Abends gibt es selbst geschossenes, geschmortes Kaninchen und es wird ein langer, schöner Abend. Am nächsten Tag ist das Wetter immernoch mies. Wir gehen zum Frühstück rüber. Mit segeln ist nix und wir entscheiden, stattdessen mit dem Auto nach Amsterdam zu fahren. Auf dem Weg können wir uns weiter unterhalten. Wir parken das Auto in der Amsterdam Marina und setzen mit der Fähre über. Da wir uns ja schon ein bisschen auskennen, führen wir die beiden eine schönen Runde durch die Stadt. Wir gehen zum Rijksmuseeum und hören den Strassenmusikern zu, schlendern an der Prinsengracht entlang und essen ein Eis in Jordaans. Als wir zurück sind gehen wir in Makkum essen, bevor wir den Absacker dieses Mal bei uns an Bord nehmen. Auch am Sonntag frühstücken wir gemeinsam, man muss die Zeit maximieren die man zusammen verbringen kann. Im Anschluss sitzen wir noch unter Deck, bis Biggi und Andi irgendwann langsam den Heimweg antreten müssen. Was ein wunderbares Wochenende. Wie schön ist es, wenn man wieder Zeit mit Freunden verbringen kann, die man schon lange kennt. Das hat uns wirklich gut getan.

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Mit Biggi und Andi, wieder in Amsterdam
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Eis, auch wenn heute nicht Sommer ist.
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Wenn ich gross bin will ich auch auf einem Hausboot wohnen!

Wir verbringen den Tag noch in Makkum und sammeln uns ein bisschen. Wir brauchen mal wieder einen Tag Pause und Zeit, ein paar Dinge zu erledigen. Ich schreibe Blog, Stefan repariert am Boot.

Montags geht es weiter, zurück Richtung Süden, nach Lemmer. Es ist ein schöner Segeltag und es scheint sogar ab und zu die Sonne. Wir legen hinter der Schleuse im Jachthaven Iselmar an. Der gehört zu dem Hotel, in dem unsere Familie gewohnt hat, als wir 2015 die Good Times hier in Lemmer getauft haben. So schließt sich der Kreis. Morgen wollen wir in die Kanäle abbiegen und die Strecke bis Delfzijl, das liegt im Nord-Osten von Holland an der Emsmündung, Binnen über die Staande Mast Route zurücklegen. Das Wetter ist unbeständig und nicht unbedingt für den Schlag aussen über die Nordsee vorhersehbar. Ausserdem kennen wir die Inseln schon und wollten schon immer mal über die Kanäle schippern. Es gibt auf der Strecke um die 50 Brücken, die alle aufgehen, um Segelboote mit stehendem Mast durchzulassen. Dafür halten sogar die Autos auf der Autobahn an.

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2 Gedanken zu “Johannas Tagebuch 21.-27.06.2017 Ijsselmeer, Flottilensegeln ohne Segeln.

  1. Liebe Johanna,
    danke für Deinen schönen Beitrag über Eure Route nach Makkum. Ich kann mir vorstellen, dass das baumeln in der Hängematte Dich zum interessanten Schreiben inspiriert. Wir wünschen Euch eine stressfreie Weiterfahrt und viele schöne Eindrücke und Erlebnisse.
    Liebe Grüße, auch an Stefan, von
    Ma und Pa.

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    1. Lieber Paps,
      Danke für deine Kommentar. Hängematte gestern war klasse, heute hätte man daraus höchstens eine Badewanne machen können. 😆 Dafür gibts bald neuen Lesestoff, was soll man bei schlechtem Wetter sonst machen? Liebe Grüße und fühlt euch gedrückt 😘

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