28.05.-04.06. Solent Teil II

28.-29.05.2017 Lymington

Nach dem mega Katertag bin ich am nächsten Tag wieder fit. Wir legen ab und motoren rüber nach Lymington. Es ist null Wind und nicht so schönes Wetter wie die letzten Tage. Unterwegs fängt es sogar ordentlich an zu regnen und Stefan ist ziemlich nass als wir ankommen. Leider hat unsere präferierte Marina keinen Platz mehr frei und so müssen wir in die Marina Berthon. Die ist zwar nur 5 Minuten vom Zentrum entfernt und sehr modern, aber mit über 44 Pfund die Nacht auch extrem teuer. Nachmittags hört es auf zu regnen und wir drehen eine Runde durch den Ort. Es ist Sonntag und die Supermärkte machen früher zu. So müssen wir etwas aus dem Bestand kochen. Das Wetter wird besser und wir essen im Cockpit. Es ist verrückt, aber in England verbringen wir viel mehr Zeit draussen als in der Karibik. Abends ist es lange hell und wir sitzen lange draussen anstatt unter Deck zu gehen. In der Karibik wird es gegen sechs Uhr abends schlagartig dunkel. Gegessen haben wir daher abends meistens drinnen, sonst sieht man ja nicht was man zu sich nimmt. Tagsüber hat einen die Wärme oft träge gemacht. In der prallen Sonne konnte man sich auch nicht lange im Freien aufhalten, höchstens im Wasser. Hier sind wir in der Regel den ganzen Tag draussen. Laufen in der Stadt oder in der Natur rum, oder sitzen im Cockpit. Wir genießen es wirklich wieder in Europa zu sein, so schön es auch war auf der anderen Seite des Atlantiks.

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Stefan nass

29.05.-02.06.2017 Yarmouth & Hamble

Noch eine Nacht für 44 Pfund in Lymington wollen wir uns nicht leisten und fahren weiter nach Yarmouth, zurück auf die Isle of Wight. Hier waren wir letztes Jahr schon zwei Nächte und es gibt Schwimmstege ohne Landzugang für günstiges Geld. Kein Problem wenn man ein Dingi hat. Die zwei Meilen über den Solent motoren wir, es lohnt sich nicht die Segel hoch zu ziehen und es ist auch kein Wind. Gegen mittag gehen wir bei einem anderen Boot ins Päckchen, das aber unbewohnt ist. Bis zum frühen Nachmittag machen wir ein bisschen Arbeitseinsatz, bevor wir später wandern gehen. Entlang des Freshwater Rivers kann man über Wiesen und durch kleine Wäldchen eine nette Runde drehen. Immer wieder müssen wir durch Viehgatter und diese auch immer schön hinter uns zu machen. Damit keine Ziegen oder Kühe ausbüchsen können. Wir geniessen das tolle Wetter und die Bewegung. Nach ca. 6 Kilometern tun uns dann auch ein kleines bisschen die Beine weh, wir sind halt echt überhaupt nix mehr gewohnt. Abends kochen wir leckeren Asia Wok und widmen uns „Game of Thrones“, unserer aktuellen Sucht-Serie. Den nächsten Tag bleiben wir noch und er verläuft ähnlich. Mittags gehen wir wieder wandern, dieses Mal eine etwas größere Runde. Abends gönnen wir uns ein Essen in einem typisch englischen Pub. Das einzig erschwingliche Gericht ist mal wieder Burger. Ich bestelle die Chicken Variante, bestimmt kalorientechnisch die bessere Wahl. Nach der Karibik Faulenzerei fühle ich mich im Moment nicht so richtig wohl in meinem Körper und versuche neben mehr Bewegung auch ein bisschen drauf zu achten was ich esse. Denkste. Das Chicken kommt paniert und es ist auch noch ein schön frittiertes Hashbrown (Rösti) obendrauf. Dass das Brot nicht noch frittiert ist ist echt alles. Ich bin ein bisschen frustriert, aber für 12 Pfund kann ich das natürlich nicht stehen lassen. Naja, gesundes Essen gibt es dann morgen wieder.

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Grün soweit das Auge reicht
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Der Freshwater River, eher ein Tümpel
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Kleine Sträschen und Kirchen auf der Isle of Wight
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Toller Blick über den Solent auf Hurst Castle

Am nächsten Tag legen wir kurz vor Mittag ab, als der Strom nach Osten setzt. Heute können wir endlich segeln, der Wind kommt aus der richtigen Richtung. Mit Sonne und angenehmer Brise geniessen wir die Zeit auf dem Wasser. Wir legen wieder an einem Steg in der Mitte des River Hamble an. Hier kostet die Nacht nur 15 Pfund, gut fürs Budget. Zwar gibt’s keinen Strom und kein Wasser aber beides haben wir noch oder können wir mit den Solarpanels herstellen. Mit dem Dinghi fahren wir an Land und schauen uns den kleinen Ort an. Viel gibt es nicht zu sehen, ein paar Pubs und Restaurants, einen Marktplatz und einen kleinen Supermarkt. Aber das wars eigentlich. Man kann zwar wohl am Flussufer zum nächsten Ort wandern, aber wir entscheiden uns am nächsten Tag schon weiter zu fahren. So schön ist es hier dann doch nicht.

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Schwimmsteg in der Mitte des River Hamble, viel ist nicht los

02.-04.06.2017 Portsmouth

Bis Portsmouth ist es wirklich nicht weit und obwohl wir erst mittags ablegen sind wir schon gegen zwei Uhr da. Wir legen in der Royal Clarence Marina in Gosport an. Das ist auf der anderen Seite des Flusses. Wir nehmen die Fähre rüber nach Portsmouth und erkunden die Stadt. Los geht’s in den Gunwarf Quays, einem riesigen Outlet Shopping Center direkt am Hafen. Hier gibt es alle großen Marken, zu zum Teil wirklich günstigen Preisen. Wir gehen weiter in den alten Hafenteil und trinken ein Bier direkt am Wasser. Hier ist es idyllischer als in dem riesigen, künstlichen Shopping Palast. Weiter geht’s, vorbei am Vergnügungsviertel Southend, in den studentischen Teil, dem „Nightlife“ Center der Stadt. Hier laufen wir an einem coolen kleinen Laden vorbei. Pie and Vinyl. Pie hatten wir noch nie. Das wird ausprobiert. Der Laden ist klein, es gibt ca. 6 Tische, und ist vollgestopft mit Nippes und Deko. Die Teller, Gläser und Besteck sind alle unterschiedlich, aber alles „antik“. Besonders gefällt uns das rosa Blumenmuster auf den Tellern und die Holzgriffe an den Gabeln. Nach einigen Schwierigkeiten bestellen wir Pie, ich ohne alles, Stefan klassisch, mit Mash (Kartoffelpürree) und Mushy Peas (Gestampfte Erbsen). Wir sind überrascht, wie lecker das ist. In einem festen Teig sind verschiedene Füllungen eingebacken, bei mir Ziegenkäse und Blattspinat, bei Stefan Rindfleisch und Stilton (britischer Hardcore Blauschimmel Käse). Zwar misst so ein Pie vielleicht gerade mal 12 Zentimeter im Durchmesser, ist aber mit der mächtigen Füllung extrem sättigend.

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Pie, mit Kartoffelpü und gematschten Erbsen – typisch Britisch
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Pie bestellen, gar nicht so einfach…

Den nächsten Tag verbringen wir auch noch in Portsmouth. Wir gehen zurück in das Outlet Center und Stefan bekommt ein neues Hoody (Kapuzenjacke) und eine kurze Segelhose. Langsam müssen wir unsere Garderobe wirklich mal wieder aufstocken, sonst haben wir bald nix mehr zum anziehen. Danach schauen wir noch die Innenstadt an, die aber wirklich nicht so viel zu bieten hat. Das Outlet hat wohl den Untergang der Geschäfte hier besiegelt. Mit müden Füssen gehen wir zurück aufs Boot und kochen Abendessen.

 

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Ein Gedanke zu “28.05.-04.06. Solent Teil II

  1. Liebe Johanna, hallo Stefan,
    nun seid ihr wieder im Land der langen Hosen angekommen. Painkiller und Rumpunch liegen hinter dem großen Wasser.
    Was mixt ihr denn jetzt? Jenever mit……
    Liebe Grüsse und viel gutes Wetter wünschen wir euch.
    Renate und Franz

    Gefällt 1 Person

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