Johannas Tagebuch 24.-28.05.2017 Ankommen in England – Im Solent

24.-25.05.2017 Southampton

Gut geschlafen haben wir im schmalen Hotelbett nicht und als wir um kurz vor acht beim Frühstück sitzen habe ich noch überhaupt keinen Hunger. Um halb neun sind wir in der Marina und an Bord unseres Zuhauses. Wir räumen die Taschen aus, verstauen und machen unter Deck klar Schiff. Als es etwas wärmer ist schrubben wir das Deck und wischen alles sauber. Das Dinghi kommt wieder an Deck, das Achterstag wird nach der Demontage wieder richtig getrimmt und die Sprayhood wieder aufgezogen. Wir sind bis nachmittags beschäftigt. Dann gehen wir den Bootsausrüster suchen. Wir brauchen eine Pumpe um die Fender wieder aufzupumpen. Er ist weit ausserhalb und wir laufen bestimmt eine dreiviertel Stunde. Bekommen haben wir natürlich nichts. Wir laufen weiter in die Stadt. Hier gibt es einen Decathlon. Wir kaufen eine ordinäre Fußpumpe für 4 Pfund und zwei Neoprenanzüge. Damit wir nicht erfrieren, falls mal was am Boot ist und wir ins Wasser müssen. Laufen sind wir echt nicht mehr gewohnt, nachdem wir in der Karibik so viele Monate mehr oder weniger nur rumgesessen haben. Aber es tut gut und wir sehen einiges von der Stadt. Wir enden in einem Biergarten auf der Hauptstraße und genießen ein deutsches Hefeweizen für 2 Pfund in der Happy Hour. Wir gehen zurück um zu duschen und gönnen uns dann ein super leckeres Essen beim Inder. Indisch ist das Essen der Wahl in England, günstiger als alles was man sonst so bekommt und deutlich leckerer als in Deutschland.

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Angekommen in der Marina in Southampton. Die Queen Mary II begrüßt uns
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Die Schippersgracht ist entladen und macht sich auf dem Weg nach Schweden

25.-28.05.2017 Cowes

Wir gehen morgens noch einkaufen. Ein LIDL ist fußläufig erreichbar und wir machen den Kühlschrank richtig voll. Unglaublich, wie günstig die Supermärkte in Europa sind. Endlich wieder Obst und Gemüse bis zum Abwinken, Feta und Parmesan Käse, Vollkornbrot und Aufbackbrötchen. Voll bepackt laufen wir zurück, verstauen und machen seeklar. Kurz vor Mittag legen wir ab und fahren rüber nach Cowes, auf der Isle of Wight. Cowes ist der Hotspot im Solent. Letztes Jahr wollten wir hier schon Station machen, haben aber an einem Samstag keinen Platz mehr bekommen. Heute ist erst Donnerstag und der Hafen ist noch leer. Wir machen fest und trinken einen Anleger. Das Wetter ist super, im Wind ist es zwar ziemlich kühl, aber wir liegen windgeschützt und die Sonne scheint warm ins Cockpit. Später schauen wir uns das Städtchen an. Sehr süß, mit vielen kleinen Geschäftes, Cafes und Pubs. Auch die Promenade ist schön und wir laufen und genießen die Sonne. Später sitzen wir im Biergarten des Anchor Inns und probieren ein englisches Ale. Zurück an Bord gibt es Abendessen, bevor wir, auf der Suche nach Live Musik, wieder in den Ort gehen. Im Vectis ist Open Mic Night und ein wirklich talentierter Brite singt und spielt Gitarre. Wir hören ihm eine Weile zu und lernen Terry kennen. Er wohnt in Cowes, ist 58 Jahre alt, sieht aber eher aus wie 40. Wir verstehen uns gut und haben einen schönen Abend. Freitag abend geht man wohl ins Anchor Inn, hier gibt es einen Saal, wo am Wochenende Bands auftreten. Mal sehen ob wir da morgen Lust zu haben.

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Kaffee in der Innenstadt von Newport. Was ein Wetter!
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Fahrradtour in kurzer Hose

Der nächste Tag ist noch besser, vom Wetter her. Wir leihen uns Fahrräder und fahren einen schönen, grünen Radweg, der mal eine Eisenbahnlinie war, nach Newport. Das ist die Hauptstadt der Insel. Wir holen uns einen Kaffee und eine Kleinigkeit zu Essen im Supermarkt und setzen uns auf eine Bank in der Innenstadt. Es ist wirklich ein Traumtag. Zurück in Cowes fahren wir noch am Strand entlang Richtung Westen und bestaunen die Villen und die Verrückten, die im eiskalten Wasser des Solent baden. Nach dem Abendessen an Bord wollen wir uns die Live Musik mal anschauen. Die Band ist großartig. Sie sind zu fünft und haben einen Heidenspaß auf der Bühne. Sie stecken das Publikum an und alle tanzen und feiern. Wir treffen Terry wieder und feiern gemeinsam bis spät. Leider will ein anderer verrückter Brite zu später Stunde eine Diskussion über den Brexit mit uns anfangen. Und das nicht gerade freundlich. Stefan schafft den Absprung, aber ich lasse mich verwickeln und bin irgendwann richtig böse. Terry versucht ihn zu beschwichtigen, ohne Erfolg, und irgendwann ziehen wir einfach weiter in den nächsten Laden. Dort halte ich es aber nicht mehr lange aus. Gottseidank, ich bin auch so schon ziemlich krank am nächsten Tag.

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Geile Band im Anchor Inn
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Feiern an einem Freitag Abend, muss auch mal sein…

Vor drei Uhr nachmittags schaffe ich es nicht aus dem Bett und auch dann fühle ich mich noch echt daneben. Gegen fünf kommt Terry uns mit einem Freund in der Marina besuchen und lädt uns zum Abendessen ein. Mit den Landrover fahren wir gemeinsam zu ihrem Haus, sie leben wohl in einer Männer WG, und Terry kocht für uns. Es ist ein tolles Haus, mit riesigen Fenstern, Kochinsel und Kamin. Der Blick über die Felder und Pferdekoppeln ist wunderschön. Viel Essen kann ich leider noch nicht, ganz zu schweigen von Wein trinken, aber es ist ein wirklich netter Abend. Wir erfahren Einiges über die beiden und unterhalten uns gut. Terry will unbedingt wieder auf die Rolle, es ist ja Samstag. Wir fahren zurück in die Stadt und gehen wieder ins Anchor Inn, aber die Band ist um Welten schlechter als gestern. Ausserdem ist mir wirklich noch nicht nach feiern zumute. Wir tauschen Nummern aus, verabschieden uns herzlich und machen uns auf den Heimweg.

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