Johannas Tagebuch 18.-21.04.2017 – Cool Culebra

Wir segeln die 35 Meilen auf die Spanish Virgins. Vorbei an den US Virgins, direkt nach Culebra. Es ist eine wilde Tour. Die ganze Strecke ist ziemlich flach und die Wellen türmen sich hoch und steil. Obwohl der Wind von hinten kommt, ist es super unangenehm. Je näher wir Culebra kommen, desto schlimmer wird es. Irgendwann lässt der Wind etwas nach und wir müssen sogar den Motor dazunehmen, um über die heftige Hacksee zu kommen. Erst als wir in die Ensenada Honda einbiegen, wird es ruhig. Die Anchorage vor der Stadt ist wunderbar. Nicht ein einziges Charterboot sehen wir mehr. Der Anker hält jetzt wieder auf Anhieb. Wir machen gleich das Dinghi klar, fahren an Land und laufen zum Einklarieren zum Flughafen. Um kurz vor fünf ist hier sogar noch jemand, der uns bearbeitet. Culebra gehört zu Puerto Rico, was wiederum Aussengebiet der USA ist. Wir haben ein US Visum, deshalb laufen die Formalitäten problemlos, dauern aber etwas. Als wie fertig sind, fahren wir ins Dinghi Dock Restaurant. Der Name ist Programm und wir fühlen uns sofort wohl, in diesem Inbegriff einer Seglerbar. Wir trinken ein Happy Hour Bier und unterhalten uns mit Phillip, einem US Amerikaner der schon ein paar Tage hier ist. Wir fragen ihn nach einem Restaurant Tip und er empfiehlt uns Zaco’s Tacos. Na das probieren wir doch. Der Laden ist super. Schon von aussen sieht man die bunt beleuchtete Terasse hinterm Haus. Alles wirkt sehr einladend. Wir bekommen einen schönen Tisch in der Mitte und bestellen eine Ladung Nachos mit Salsa als Vorspeise. Die Chips sind selbstgemacht und frisch und die Salsa die Beste, die ich je gegessen habe. Sie schmeckt wunderbar tomatig und enthält viel frischen Koriander. Als Hauptspeise gibt es für jeden zwei Tacos, seared Tuna und Beef, für je ca. drei Dollar. Die sehen auf dem Teller erstmal winzig aus, sind aber ausreichend um uns satt zu bekommen. Als Nachtisch gibt es für Stefan ein Craftbeer und für mich einen Cilantro Margherita. Einen Margherita mit frischen Koriander drin. Sowas hatte ich auch noch nicht, super lecker und ich stehe halt wirklich auf Koriander.

Am nächsten Tag laufen wir einmal quer über die Insel zum Flamenco Beach. Er soll einer der schönsten Strände der Welt sein. Es ist Mittagszeit und ziemlich heiß. Ausserdem sah die Strecke da rüber auf der Karte deutlich kürzer aus. Wir haben Glück, zweimal hält jemand an und nimmt uns ein Stück auf dem Rücksitz des Golfkarts mit. Die sind hier das Verkehrsmittel der Wahl. Wir sind in Amerika, das merkt man deutlich. Die Leute sind sehr nett und extrem hilfsbereit. Und die Straßen haben keine Bürgersteige, zumindest nicht ausserhalb der Stadt. Am Strand angekommen lassen wir uns unter einer Palme nieder. Viele Leute sind hier, mit ihren Standmuscheln und Camping Stühlen. Ganz anders, als wir es von anderen Karibikstränden kennen. Es ist auch komisches Wetter. Heiß, aber immer wieder dicht bewölkt und extrem windig. Der auflandige Wind türmt hohe Wellen auf, die sich vor dem Strand brechen. Die rote Flagge weht. Vielleicht ist es das Wetter, aber wir finden den Strand jetzt nicht so aussergewöhnlich. So sitzen wir also eine Weile unter der Palme, holen uns ein Bier am Kiosk und unterhalten uns. Dann gehen wir zurück. Wir sind eh nicht so die Strandlieger, die Stunden auf ihrem Handtuch verbringen. Dafür sind wir heute auch gar nicht ausgerüstet. Der Rückweg ist genauso heiß und dieses Mal hält niemand. Es ist auch noch kaum jemand auf dem Weg zurück in die Stadt, die braten alle noch in der Sonne. Wir holen uns ein Eis, fahren zurück zum Boot und kühlen uns ab, bevor wir ins Dinghi Dock zum Sundowner gehen.

Der nächste Tag, die nächste Wanderung, der nächste Strand. Dieses Mal nicht zum Sonnenbaden, sondern zum Schnorcheln. Mit den Flossen unter dem Arm laufen wir zum Melon Beach. Wir sind wieder die einzigen Irren, die laufen. Sonst fahren alle SUV oder Golfkart. Amerika halt. Heute ist es nur ein kurzes Stück und nachdem wir uns schnell umgezogen haben, sind wir auch schon im Wasser. Dieses Mal lohnt sich der Ausflug wirklich. Wir sehen haufenweise Lobster, Rochen und einen riesigen Kugelfisch. Abends statten wie Zaco einen zweiten Besuch ab. So gut hat es uns beim ersten Mal gefallen. Dieses Mal gibt es keine Vorspeise, dafür teilen wir uns zum Nachtisch einen Bushwacker. Das ist ein Frozen Cocktail mit Sahne obendrauf, der mehr nach einem Milchshake schmeckt, es aber in sich hat. Einer ist für zwei Leute definitiv ausreichend.

Eigentlich würden wir gerne noch eine Weile auf Culebra bleiben, vielleicht mit der Fähre rüber nach Puerto Rico fahren und uns San Juan anschauen, oder weitersegeln nach Vieques. Aber wir fahren am nächsten Tag weiter. Um zurück auf die US Virgins zu kommen, muss man stramm nach Osten. Genau gegen Wind und Welle. Wenn wir uns an die Wellen vom Hinweg erinnern, gegen die wir jetzt an müssen, wird uns Angst und Bange. Für heute ist weniger Wind angesagt als die letzten Tage. Danach soll es wieder mehr werden. Wir haben Schiss, dass wenn wir jetzt noch bleiben, kein Wetterfenster mehr kommt. Unser Transport ist aktuell für den 2.-6. Mai avisiert. So lange ist das nicht mehr hin. Wer weiß, ob wir es dann noch rechtzeitig schaffen.029 (2)

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