Johannas Tagebuch 08.-17.04.2017 – BVIs die Zweite

Wir haben nichts Frisches mehr an Bord, Wasser und Bier sind auch leer. Also auf, einmal quer über den Sir Francis Drake Channel nach Road Town auf Tortola. Das ist die Hauptstadt der BVIs und das Charterzentrum. Hier gibt es den einzigen einigermaßen vernünftigen Supermarkt. Wir legen uns an eine Boje und gehen zusammen mit Manuel und Nadja einkaufen. Wir schwelgen in frischem Obst und Gemüse und schleppen uns ganz schön ab, auf dem Weg zurück zum Dinghi. Nachmittags drehen wir eine Runde durch den Ort. Viel zu sehen gibt es auch hier nicht. Wie überall ist alles auf den Kreuzfahrttourismus ausgelegt. Gegen vier wird es hier ruhig und viele Geschäfte und Restaurants schließen langsam. Wir trinken ein Bier in einer Bar und hören einem Musiker zu, der amerikanische Country Musik spielt. Wir sind die einzigen Gäste, der arme Kerl. Eigentlich wollten Stefan und ich heute mal Essen gehen. Allerdings finden wir kein Lokal, das uns anspricht und einigermaßen angemessene Preise hat. Da kommt es gerade recht, das Manuel und Nadja uns zu Steak vom Grill und Nudeln mit Gorgozolasauce einladen. Was ein Festmahl!

Am nächsten Tag geht es weiter. Am 11. April ist Vollmond und es steigt die „legendäre“ Full Moon Party in der Trellis Bay. Da es dort um die Zeit bekanntermaßen voll wird, fahren wir ein paar Tage früher um einen guten Ankerplatz zu bekommen. Wir Motorsegeln die 10 Meilen gegen den Wind, hoch nach Marina Cay. Eine süße, winzige Insel mit einem Hotel drauf. Davor massig Mooringtonnen und ein bisschen Platz zum Ankern. Ein paar Mal versuchen wir erfolglos den Anker einzufahren. Wir wollen schon aufgeben und in die Lee Bay fahren, als Manuel uns auf einen kleinen Platz hinter dem Bojenfeld hinweist. Zwar ist es über 10 Meter tief, könnte aber gehen. Und es geht. Die Manado liegt direkt hinter uns, eingequetscht zwischen uns und dem Land. Mit ihren 1,2 Metern Tiefgang aber kein Problem. Wir hüpfen alle ins Wasser und schnorchel am Riff entlang, das direkt hinter den Booten liegt. Kaum sind wir drin schwimmen mindestens drei Great Barrakudas um uns herum. Uff, hoffentlich fressen die uns nicht. Das Riff ist schön, voller Korallen und Fische, Lobster finden wir aber auch hier nicht. Abends fahren wir in die Trellis Bay rüber, schauen uns ein bisschen um und gehen im Loose Mongoose einen Burger Essen. Die nächsten Tage warten wir auf die Full Moon Party und hängen in Marina Cay rum. Wir schnorcheln, laufen ein bisschen über die kleine Insel und grillen auf der Manado. Die zwei bekommen am Tag nach der Full Moon Party Besuch aus Deutschland und verlegen daher rüber in die Trellis Bay. Die haben es gut, zur Not können sie mit ihrem Kimm-Kieler einfach auf den Strand rutschen. Als der Tag gekommen, ist fahren wir nachmittags rüber. Wir starten mit ein paar Drinks auf der Manado, bevor wir an den Strand gehen. Überall sind Essensstände, Bars und Musik aufgebaut. Wir holen uns einen Roti, trinken ein paar Bier und lassen uns durch die Menge treiben. Das Highlight des Abends ist die Entzündung der riesigen Eisenfiguren, die mit Holz gefüllt im Wasser stehen. Am Strand ist kein Durchkommen mehr. Also holt Manuel das Dinghi, lädt Getränke und den Anker ein und kommt uns abholen. Wir fahren vor den Strand, werfen den Anker, stecken die Füße ins Wasser und lassen uns den Rum Punsch schmecken. Premium Postion würde ich sagen. Insgesamt ist das Ganze wohl eher eine Familienveranstaltung. So richtig kommt keine Party zu Stande. Aber egal, es ist trotzdem ein cooles Erlebnis.

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Gemeinsam unterwegs in Marina Cay
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Sundowner vorm Supermarkt in der Trellis Bay
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Der Mann brennt! Die Mädels gucken
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Stelzenläufer

Wir fahren am nächsten Tag weiter, zurück in den North Sound auf unseren alten Ankerplatz. Es ist traumhaftes Segeln. Die Manado holt noch ihre Gäste ab und kommt am nächsten Tag nach. Am frühen Nachmittag fahre ich rüber und begrüße die Neuankömmlinge. Manuel drängt mir ein Bier auf und schon geht es los. Wir verbringen einen extrem lustigen Nachmittag an Bord, der nahtlos in den Abend übergeht. Wir packen zusammen und fahren zum Strand zum Grillen. Manuel macht ein Feuer, und wir trinken Painkiller. Als es dunkel ist holt Stefan die Gitarre und wir singen, nicht schön, aber dafür laut. Leider ist das Feuer irgendwann aus, zu nah am Wasser gebaut, und wir machen uns langsam auf den Rückweg. Auf der Manado geht es weiter, bis tief in die Nacht. Es ist einer der besten Abende der Reise. Am nächsten Tag ist hangover angesagt. Es passiert nicht viel, ausser dass wir uns abends zum Sundowner in Saba Rock treffen. Und zum Tschüss sagen. Wir wollen langsam weiter, auf die Spanish Virgins, während die Manado mit ihren Gästen eine BVI Tour macht. Es ist ein trauriger Tag.

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Strand Crew
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Mädels unter sich
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Noch brennt das Feuer…
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Romance
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Es ist spät geworden…

Ohne Wind motoren wir in die Cane Garden Bay. Wir schauen uns die Rum Distillery an und testen die vier angebotenen Sorten. Zurück am Strand checken wir das breite Angebot von Bars und essen Shawarma. Es gibt viele Bars hier, das ist wahrscheinlich der Grund für die, für BVI Verhältnisse, günstigen Preise. Morgens fahren wir rüber nach Jost van Dyke. Das Wetter ist mies. Über Tortola zieht ein riesiger Squall, so dass wir die Insel von der anderen Seite kaum noch sehen. Wir haben uns gerade noch rechtzeitig aus dem Staub gemacht und kommen trocken durch. Durch den Squall kommt der Wind aus einer verrückten Richtung und die Anchorage bei Little Jost van Dyke ist total durchgewirbelt. Wir starten ein paar Versuche, aber der Haken will heute irgendwie nicht halten. Es fühlt sich an, als würde er über den blanken Stein gezogen. Genervt fahren wir weiter nach Great Habour. Hier das gleiche Spiel. Wir entscheiden uns für eine Boje und bekommen, mittags um halb zwei, die letzte. Später fahren wir an Land, um Foxy’s einen Besuch abzustatten. Hier hatten wir vor vier Jahren, auf unserer Chartertour mit Freunden, einen legendären Abend. Heute ist es still, wohl aufgrund des bescheidenen Wetters. Die Drinks sind uns mit neun Dollar auch zu teuer und so fahren wir zurück aufs Boot. Am nächsten Tag passiert… nichts. Das Wetter ist immer noch mies und ich vertreibe mir die Zeit mit Brötchen backen. Eigenlicht wollten wir das Dinghi nehmen und rüber nach White Bay fahren. Da ist die Soggy Dollar Bar, ein Muss wenn man in der Gegend ist. Der Wind ist aber so stark, dass wir uns das mit unserem Winz-Dinghi nicht trauen. Wir sind traurig und bleiben einfach an Bord, hängern rum und lesen. Das drückt auf die Stimmung. Besonders die viele Zeit vor Anker ist anstrengend und geht uns langsam auf die Nerven. Nicht einfach raus können, ständig nass werden beim Dinghi fahren und, bei schlechtem Wetter, nicht mal Strom haben. Wir wünschen uns endlich mal wieder ein paar Tage in einer Marina. Bei über 60€ für eine Nacht ist das hier auf den BVIs aber unerschwinglich. Am nächsten Tag soll wenigstens der Wind etwas nachlassen. Wir klarieren aus und machen seeklar für den nächsten Morgen.

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