Johannas Tagebuch 26.03. – 07.04.2017 BVIs die Erste

Es ist ein entspannter Nachtschlag rüber auf die BVIs. Am frühen Mittag sind wir in Spanish Town, wo wir einklarieren müssen. Allerdings ist Sonntag, laut unserem Revierführer haben die Behörden heute zu. Wir bleiben also an Bord und erholen uns von der kurzen Nacht. Am nächsten Morgen sind wir dann um halb neun im Zollbüro. Mal wieder die gleiche Leier, der Herr von der Immigration hatte wohl ein hartes Wochenende und hat es nicht geschafft Montags rechtzeitig aufzustehen. Wir warten also über eine halbe Stunde bis wir unfreundlich bearbeitet werden. Zu allem Überfluss zahlen wir auch noch 20 Dollar Zuschlag, weil wir Sonntag angekommen sind. Als ob das im Bearbeitungsaufwand einen Unterschied machen würde… Genervt gehen wir wieder an Bord und legen gleich ab. Wir wollen nämlich direkt in den North Sound von Virgin Gorda. Nach ein paar Meilen segeln unter Fock, ankern wir vor Prickly Pear Island. Unterwegs haben wir schon mit der Jolene und der Svea gefunkt, die beiden Schweizer haben sich den gleichen Ankerplatz ausgesucht. Die Anchorage ist super. Riesengroß, gleichmäßig tief und mit kristallklarem Wasser. Die Insel bietet zwar nichts, aber man kann mit dem Dinghi nach Bitter End oder Leverick Bay fahren. Wir schwimmen ein bisschen mit den Schildkröten und verabreden uns für später mit den beiden anderen Booten zum Sundowner. Vorher fahren wir nach Leverick Bay auf der Suche nach Internet. Wir sitzen friedlich in der Strandbar und trinken den ersten Painkiller der BVIs, als ein scheinbar total betrunkener Typ vorbeikommt. Er rempelt Stefan von hinten an und als Stefan den Ellbogen ausfährt, fällt er ihm fast auf den Schoß. Ich schaue ihn an und denke mir: Den kennen wir doch irgendwoher, trotz Hut und Sonnenbrille. Es ist Claas, von der Hera, der sich mit uns einen Scherz erlaubt hat. Gemeinsam lachen wir uns kaputt und fallen uns zur Begrüßung in die Arme. Seit Martinique haben wir uns nicht mehr gesehen und tauschen beim zweiten Painkiller gleich die News aus. Sophie ist mit der kleinen Daphne leider an Bord, sie ist wohl ein bisschen krank. Wir quatschen uns fest und müssen uns irgendwann beeilen, um noch halbwegs pünktlich zu unserer Verabredung zu kommen. Mit drei Dinghis fahren wir rüber nach Saba Rock. Als wir ankommen ist Claas lustigerweise auch schon da, dieses Mal mit Sophie. Wir genießen den Sundowner in gemütlicher Runde und als es dunkel ist verlegen wir die Gesellschaft zu uns an Bord. Ich habe mittags Painkiller Zutaten im Supermarkt besorgt und so können wir auch an Bord stilecht weiterfeiern. Da Abendessen heute ausgefallen ist, gibt es stattdessen Chips und Erdnüsse zu den Drinks.

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Leverick Bay und der erste Painkiller der BVIs
Am nächsten Tag trifft man sich im Wasser. Man schwimmt mal hier vorbei, mal da und hält einen kurzen Plausch. Die allgemeine Meinung ist, dass man nachmittags zum Riff zum Schnorcheln fährt. Gesagt, getan. Wir packen unsere sieben Sachen ins Dinghi und fahren zum Aussenriff. Vorbei an Saba Rock, Richtung offene See. Da ist dann irgendwann eine Boje, an der man festmachen kann. Hier ist es super. Wir paddeln rum bis es uns zu kalt ist und wir zurück an Bord müssen. Abends sind wir mit Claas und Sophie verabredet. Wir treffen uns auf ein Bier auf der Hera und ziehen dann weiter in den Crawl Pub vom Bitter End Yacht Club. Hier gibt es super Pizza, die gerade noch so bezahlbar ist.

Tag drei auf den BVIs. Schwimmen, schnorcheln, chillen. Nachmittags machen wir eine kleine Wanderung mit der Jolene und der Svea. Hinter Bitter End geht es einmal quer über den Berg. Schweisstreibend bei der Wärme, aber mit grandiosen Aussichten auf den North Sound. Abends wollen wir gemeinsam am Strand grillen. Der Spot, den wir ausgesucht haben, ist schön und wir sitzen gemütlich zusammen, bis es irgendwann stockduster ist. Danach gehen wir noch auf einen Absacker auf die Jolene.

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Grillaction
Das letzte schweizer Boot, die Buna Luna, gesellt sich am nächsten Tag zu uns. Nachmittags gehen wir mit alle Mann nach Leverick Bay zum Sundowner. Es wird mal wieder später und noch keiner hat Pläne fürs Abendessen gemacht. Die Buna Luna hat noch frisch gefangenen Mahi Mahi, die Jolene Zucchini und die Svea Paprika. Spontan laden wir alle zu uns ein und machen einen großen Topf Thai Curry. Mit acht Mann ist es wirklich schön kuschelig auf der Good Times. Die Schweizer wollen am nächsten Morgen weiter. Wir sind noch unentschlossen. Es ist nicht richtig klar, wo man gut ankern kann, besonders mit so vielen Booten auf einmal. Stefan und ich beratschlagen noch, als wir die Manado auf dem Funkgerät hören. Sie sind im Anflug von St. Martin und haben drei große Fische gefangen. Mahi Mahi, Bluefin Tuna und Yellowfin Tuna. Der letzte ist eine echte Delikatesse. Wir entscheiden also zu bleiben und abends gemeinsam Sushi zu machen. All you can eat! Als sie da sind fahren wir rüber und trinken gemeinsam einen Anleger. Dann gehen wir zu uns an Bord und ich zeige Nadja wie man Sushi Reis kocht. So hängen wir gemeinsam ab, basteln Sushi und essen später bis wir nicht mehr können. Der frische Fisch ist dabei einfach großartig. So viel leckerer als alles, was man im Supermarkt bekommt.

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Sushi Action

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Sushi Action
Tags drauf wollen wir dann wirklich los, nach fast einer Woche etwas Anderes sehen. Die Manado bleibt noch und wir wollen die Schweizer Boote aufzuspüren. Als wir sie über Funk erreichen ändern wir Kurs und fahren nach Salt Island. Hier ankern sie. Wir finden am späten Nachmittag allerdings leider keinen Platz, der uns gefällt und drehen schweren Herzens um nach Cooper Island. Hier gehen wir an eine Boje, Ankern ist schwierig. Zu eng oder zu tief. Wir paddeln das kurze Stück an Land und nehmen ein Happy Hour Bier im Cooper Island Beach Club. Schön hier, aber irgendwie ziemlich künstlich und voller Charter Crews. Vielleicht hätten wir doch im North Sound bleiben sollen.

Noch eine Nacht für dreissig Dollar an einer Boje wollen wir uns nicht leisten. Also geht es weiter nach Peter Island. Die ganze Insel ist ein großes Resort, mit abgelegenen Villen verteilt über die Hügel. Es gibt aber ein paar schöne Buchten, wo man gut ankern kann. Wir entscheiden uns für Deadman’s Bay. Gute Entscheidung. Hier ist es wirklich schön. Guter Ankergrund, ausreichend Platz und ein weisser Strand. Wir gehen in die Beach Bar des Hotels und trinken ein völlig überteuertes Bier. Damit wir den WLAN Code bekommen. Jetzt haben wir sogar an Bord schnelles Internet. Was ein Luxus. Den nächsten Tag telefonieren wir mit zu Hause, laden Blogbeiträge hoch und machen sonstige Büroarbeit. Nachmittags drehe ich zu Fuß eine Runde über die Insel. Hoch und runter, bei so wenig Übung komme ich ganz schön ins Schwitzen.

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WLAN Code Action

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Wander Action
Die Manado ist in The Bight auf Norman Island, also gehen wir auch mal wieder weiter. Leider sagt uns auch hier kein Ankerplatz zu, also heißt es mal wieder 30 Dollar für eine Boje bezahlen. Naja, ab und zu geht das. Als wir fest sind kommen Manuel und Nadja rüber. Gemeinsam fahren wir um die Ecke der Bucht zu den Höhlen, in die man reinschnorcheln kann. Manuel hat seine Taschenlampe dabei und wir sehen gefühlt Millionen von kleinen Fischen, die sich in der Dunkelheit verstecken. Ausserdem entdeckt Nadja einen kleinen Ammenhai, der unter einem Stein den Tag verschläft. Durchgefroren machen wir uns auf den Rückweg um uns aufzuwärmen. Aber es gibt noch mehr zu entdecken. Kaum ist uns wieder warm geht es weiter. Raus aus der Bucht, rüber zu den Pelicans. Das sind ein paar Felsen, die verloren im Wasser stehen. Wir machen die Beiboote fest und hüpfen rein. Es ist klasse! Die Wände der Felsen gehen senkrecht ins Wasser, bis auf ca. 15 Meter Tiefe. Drumherum überall Fische und wahnsinnig bunte Korallen. Der Schnorchel Experte Manuel macht den Führer und zeigt uns dann auch einen riesigen Lobster. Der sitzt in einer Höhle auf ca. 5 Meter Tiefe und streckt seine Antennen raus. Ein Riesenvieh! Leider können wir ihn nicht rausärgern aus seinem Versteck. Kein Abendessen also… Als wir zurück in der Bucht sind läuft auch die Hera ein. Mit alle Mann verabreden wir uns zum Sundowner bei Willi T. Der alte Stahl Schooner ist zu einer Bar umgebaut und eine Institution in The Bight. Wir bestellen einen Painkiller und schon nach dem ersten haben wir ganz schön die Lampen an, so stark ist er. Ein paar andere Crews, die wir flüchtig kennen, sind auch noch da und es geht schon nachmittags richtig rund. Mädels stehen auf einmal oben ohne da und erwachsene Männer springen am helllichten Tag splitternackt vom Oberdeck vier Meter tief ins Wasser. (von unserer Crew ist (noch) keiner dabei) Nach dem zweiten Drink brauchen wir eine Pause. Und was zu Essen. Mit der Manado und der Hera gehen wir zu uns an Bord und ich koche Tortellini alla Panna. Ich weiß nicht, wie ich das noch hinbekommen habe. Aber es schmeckt super und wir schlingen das Essen nur so in uns hinein. Dann geht es weiter, Runde zwei. Wir entern das Schiff, bestellen den nächsten Drink und der Abend geht rund. Wir feiern, tanzen und lassen die Sau raus. Standesgemäß verlassen Nadja, Manuel und Stefan die Bar übers Achterdeck. Ich versuche die Kontrolle zu behalten und sicherzustellen, dass alle ins Dinghi und in die Koje kommen.

Der nächste Morgen ist entsprechend. So richtig fit ist keiner. Um sicherzugehen, dass wir nicht noch so einen Abend erleben müssen, segeln wir weiter. Gemeinsam mit der Manado geht’s zurück in die Deadman’s Bay auf Peter Island. Wir sind da, werfen den Anker und ich springe ins Wasser. Als die Manado kommt paddel ich rüber und schaue live zu, wie sich ihr Anker eingräbt. Das wollte ich immer schonmal beobachten. Da ich eh schon nass bin springe ich mit Manuel ins Dinghi und wir gehen schnorcheln. Der Rest hat keine Lust, aber wir wollen sehen, ob wir nicht doch noch was fürs Abendessen finden. Wir fahren rüber nach Deadman’s Island. Es ist ein wilder Ritt über steile, kurze Wellen. Angekommmen, müssen wir gegen die Ströhmung ankämpfen. Ausserdem steht auch hier eine ganz schöne See. Es ist echtes Hochsee Schnorcheln. Dafür sind die Eindrücke grandios. Wir paddeln mit aller Kraft zwischen den Felsen durch und müssen aufpassen nicht mit einer Welle auf selbige draufgeschleudert zu werden. Wir lassen uns nicht aus den Augen, die Strömung ist stark und wir wollen beide heil zum Boot zurück kommen. Lobster finden wir allerdings keine. Deshalb fahren wir nochmal rüber auf unsere Seite, zu den seewärtigen Felsen. Wir schnorcheln die Felsen entlang und auf einmal ist er da. Ein Hai. Er schwimmt in vielleicht fünf Meter Entfernung am Fuß der Felsen vorbei. Groß ist er nicht, aber aufregend ist es trotzdem. Als wir uns umdrehen und weiter schwimmen sehen wir noch einen Great Barrakuda. Auch ganz finstere Gesellen. Mit ihren schwarzen Streifen auf dem Rücken und dem großen Maul können die einem ganz schön Angst machen. Aber wir sehen noch ein paar Duzend von den Kollegen, irgendwann gewöhnt man sich dran. Später hängen wir bei uns rum und essen von Nadja gebackenes Brot mit Kartoffel-Obazda. Wie lecker ist bitte dunkles Brot? Nachdem wir noch zweimal umgeankert haben, folgen wir der Einladung von Inge und Jörg und gehen alle auf ihren Kat. Im Trampolin gibt es kaltes Bier und wir lernen uns kennen. Später verlagern wir die Runde ins Cockpit. Als wir den beiden fast alle Erdnüsse weggefuttert haben schlägt Jörg vor, was Schnelles zu kochen. Am großen Tisch draussen schnippeln wir also Möhren, Zwiebeln und Ingwer. Es gibt einen fantastischen Asia Topf mit Kokosmilch und Reis. Es ist mal wieder spät, als wir in die Koje fallen.

Den Morgen des nächsten Tages vertrödeln wir. Ich backe Brot und es gibt ein bisschen Frühstück. Irgendwann kommen Manuel und Nadja und fragen, ob wir mit über die Insel laufen wollen. Stefan will nicht, ich will. Wir gehen die große Runde, bis ganz ans nördliche Ende. Nach 5 Meilen sind wir zurück und glücklich, endlich mal wieder Bewegung bekommen zu haben. Den Rest des Tages sitzen wir mal wieder bei uns aufm Boot rum, essen Brownies und quatschen. Irgendwann raffen wir uns dann doch auf und gehen an den Strand, Kokosnüssen ernten. Schwierig, wenn sie nicht in Reichweite sind. Für klettern sind wir zu schlapp, die Machete ist zu kurz und zu stumpf. Manuel holt den Bootshaken, damit kann man sie wunderbar runter pflücken. Vor Ort werden sie gleich noch soweit aufgeschlagen, dass man sie an Bord nur noch durchstechen muss. Wir trinken ein bisschen ab und kippen dann Rum rein. Lecker! Später macht Nadja Bratkartoffeln bei uns. Es ist eine tolle Zeit. Alles passt, wir haben super nette Leute um uns und genießen es sehr.

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Brot Action

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Kokosnuss Action
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