Johannas Tagebuch 11.03.-25.03.2017 Barbuda, Holland, Frankreich

11.-12.03.2017 – Barbuda

Wir klarieren morgens in Jolly Habour aus und bezahlen die Marina. Beides dauert EWIG! Stefan ist bei den Behörden und wartet fast eineinhalb Stunden auf den Immigration Officer. Der hat wohl heute keine Lust gehabt aufzustehen. Langsam haben wir genug von Bananen-Republik. Bis Barbuda sind es immerhin 35 Meilen, die wir gerne noch vor der Dämmerung hinter uns bringen würden. Die Anchorage liegt nämlich hinter einem Riff, durch dass man nur fahren kann, wenn man gutes Licht von oben oder hinten hat. Sonst sieht man die Korallen nicht und läuft Gefahr rein zufahren.

Wir legen also erst um 10h ab. Es ist ein wilder Ritt rüber. Nach fast einer Woche mit viel Wind hat sich eine ordentliche Welle aufgebaut. Gut, dass noch genug Wind ist, um uns über die Welle zu schieben und rasch voran zu bringen. Gegen vier Uhr werfen wir den Anker vor Cocoa Point. Es ist herrlich, nur drei, vier andere Boote in gehörigem Abstand. Auch die Kulisse ist unglaublich. Wir bekommen den Mund kaum zu. Das Wasser in allen Blautönen die es gibt, der Strand weiss bis leicht rosa und dahinter grüne Palmen und Büsche. Kaum ein Mensch an Land und hinter uns nur die Weite des Meeres. Den Rest des Tages sitzen wir einfach nur so da und genießen den Anblick. Das Boot verlassen wir erst am nächsten Tag, um den Strand zu erkunden. Wir laufen hoch und runter, quatschen kurz mit einem Einheimischen, der den Hubschrauberlandeplatz bewacht und gehen schwimmen. Am Ende des Strandes ist ein Luxusresort. Eine Nacht hier übersteigt unser komplettes Monatsbudget. Dafür wird man mit dem Hubschrauber eingeflogen. Wir betrachten die flachen Bauten nur aus der Ferne, kommt man näher wird man von der Security aufgehalten. Sonst passiert nicht viel. Wir kochen was leckeres zu Abend und müssen danach auch schon aufbrechen. Da wir in Antigua schon ausklariert haben, können wir nicht noch eine weitere Nacht bleiben. Ausserdem ist guter Wind angesagt, für die Überfahrt nach St. Barth.

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Blau in allen Schattierungen
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Karibik, wie man es sich vorstellt. Sogar fast schon Südsee.

13.-19.03.2017 – Sint Maarten  (Holland)

Je weiter wir uns von Barbuda entfernen, desto stärker wird Wind und Welle. Wir haben das erste Mal wieder die Fock ausgebaumt, müssen sie aber, als ich gerade schlafen will, reinrollen. Der Wind ist zu stark. Wir rollen ziemlich stark und es fühlt sich ein bisschen an wie auf der Atlantik Überfahrt. Aber wir kommen gut voran und es ist nichts los draussen. Wir können entspannt unter Deck liegen während der Wache. Gegen acht Uhr morgens erreichen wir St. Barth. Eigentlich wollen wir hier ein paar Tage ankern, aber die Buchten sind, wie auf allen französischen Inseln, so überfüllt, dass uns der Spaß vergeht. Wir fahren weiter nach Sint Maarten. Kein Problem, wir haben uns eh auf die teils holländische, teils französiche Insel gefreut. Hier kann man gut ankern, günstig einkaufen und essen und wir kennen viele Boote, die auch hier liegen. Wir rauschen die 15 Meilen rüber und sind pünktlich zur Brückenöffnung um halb zwölf da. Als wir in der Lagune ankern wollen passiert es dann. Wir sind wohl nicht so richtig konzentriert und freuen uns zu doll über den großen freien Fleck direkt vorne im Ankerfeld. Als wir hinfahren laufen wir auf. Das erste Mal überhaupt. Die Stelle war sogar im Revierführer vermerkt, aber wir haben gepennt. Stefan gibt Gas und wir rutschen mit dem Kiel durch den Sandhaufen. Was ein Schreck. Gut, dass wir nicht steckengeblieben sind. Mit weichen Knien suchen wir uns einen anderen Spot, wobei es noch einmal richtig eng wird zwischen uns und dem Matsch auf dem Grund. Stefan will zwischendurch schon das Handtuch werfen und in die Marina fahren. Aber dann finden wir doch ein Plätzchen, auf 2,2 Meter Wassertiefe. Wir sind erleichtert aber trotzdem besorgt, wie es unter unserem Kiel wohl aussieht. An Schwimmen ist hier in der Lagune aber nicht zu denken, zu dreckig. Stattdessen machen wir klar Schiff und erholen uns ein bisschen von der kurzen Nacht. Am frühen Abend gehen wir zur Happy Hour ins Lagoonies. Hier treffen sich die Yachties. Ein wirklich cooler Laden mit guten Preisen und netten Leuten. Nadja und Manuel von der Manado sind auch hier. Ausserdem treffen wir Ro von der Jojo, ein Australier der mit uns über den Atlantik gesegelt ist. Ihn haben wir zuletzt auf Barbados getroffen. Wir gönnen uns ein schönes Abendessen und genießen den Abend in lustiger Gesellschaft. Nachher gehen wir noch auf die Manado auf einen Absacker.

Am nächsten Tag checken wir die Bootsausrüster. Es gibt zwei riesige Läden, in denen man wirklich alles bekommt. Leider brauchen wir nichts. Aber stöbern ist auch schön, vielleicht findet man ja doch noch was. Danach kaufen wir frisches Baguette, nach dem Pappbrot auf Antigua der wahre Luxus. Die nächsten Tage sind cool. Auf Sint Maarten ist wirklich was los. Wir fahren nach Philipsburg, in die Hauptstadt, wo die Kreuzfahrtschiffe anlegen. Hier kann man Duty free einkaufen. Wir rennen durch alle Läden, mehrfach, und vergleichen die Preise für externe Festplatten, Lautsprecher und Kamera Objektive. Am Ende haben wir alles bekommen, zu unschlagbar günstigen Preisen. Wir trinken noch ein Bier am Yachthafen bevor wir zurück fahren. Abends sind wir mit Frauke und Chris von der Svea verabredet. Sie haben wir schon kurz auf Teneriffa getroffen, hatten aber am Tag vor der Atlantik Überquerung keinen Kopf mehr für Socializing. Jetzt schaffen wir es endlich uns kennenzulernen. Wir gehen in eine Strandbar an der Bucht und genießen kühles Bier und Steeldrum Musik. Später kommen auch noch Marianne und Berni von der Jolene, noch ein Schweizer Boot. Verrückt, die Schweizer müssen wirklich ALLE auf Langfahrt sein. Nachdem auch noch Manuel und Nadja von der Manado dazukommen, entscheiden wir weiterzuziehen und noch eine Kleinigkeit essen zu gehen. Es ist mal wieder ein lustiger Abend in bester Gesellschaft.

Leider gehen Svea und Jolene am nächsten Tag schon weiter Wir bleiben noch, uns gefällt es zu gut. Wir verbringen viel Zeit mit der Manado, sie passen zu uns wie Arsch auf Eimer. Einmal kommen sie vorbei und wollen uns am nächsten Tag zum Frühstück in ein Hotel mitnehmen, sie seien eingeladen worden. Das wäre es ja, so ein fettes Frühstücksbuffet mit allem drum und dran und hinterher nicht abwaschen müssen. Die Sache muss einen Haken haben. Aber egal. Stefan kann zwar leider nicht mit, er hat irgendwie Magenprobleme, aber wir drei ziehen an nächsten Morgen um halb neun los. Als wir am Treffpunkt ankommen, glaube ich schon zu wissen was uns erwartet. Alles riecht nach Time-Sharing. Wir werden ausgefragt über Alter und Lebensstandard, Beziehungsstatus und Jahreseinkommen. Gemeinsam mit den beiden „Fängern“, die uns angesprochen haben, spinnen wir auf dem Weg ins Hotel eine schöne Geschichte zusammen. Auf einmal sind Manuel und ich ein Paar, weil ich die einzige bin die über 30 Jahre alt ist. Nadja ist kurzerhand meine Schwester und Stefan mein Schwager. Wie auch immer, wir wollen dieses Frühstück! An der Rezeption werden wir von einem jungen Mädel abgeholt, sie betreut uns. Auch schon beim Frühstück. Mist, entspannt plaudern ist nicht. Aber Manuel hat eine perfekte Taktik, sehr beliebt bei Vertrieblern. Statt dass wir uns in Märchen verstricken, bombadiert er sie einfach mit Fragen. Wo sie her ist, was sie auf Sint Maarten macht, was die Insel so zu bieten hat und so weiter und so fort. Es ist sehr amüsant. Nach dem Essen gehen wir eine Runde über das Hotelgelände. Dann ist es so weit, wir werden in den Konferenzraum gebeten. Es ist typisch. Viele kleine Tischgruppen mit älteren Pärchen und jeweils einem „Betreuer“. Wir tischen der guten Dame unsere Lügengeschichten auf und haben auch noch einen heiden Spaß dabei. Bei der ersten Gelegenheit sagen wir aber dann doch, dass das nichts für uns ist. Wir sind eher die Road Trip Touristen und nicht für Time-Sharing-Urlaub zu haben. Wir werden dann auch relativ schnell entlassen. Am Ende sollen wir die Präsentation auf einer Skala von 1-6 bewerten. Wir sind kurz davor zu fragen, ob sie nicht auch unsere schauspielerischen Fähigkeiten bewerten könnte. Insgesamt ist es ein witziger Morgen und eine willkommene Abwechslung vom Crusier-Life. Nur das Frühstück war leider eher bescheiden. Dafür mussten wir nicht abwaschen.

Nachmittags fahren Stefan und ich mit dem Bus zum berühmten Flughafen von Sint Maarten. Die Start-/Landebahn beginnt direkt hinterm Strand und man hat das Gefühl den Fliegern beim Landen den Bauch streicheln zu können. Eigentlich bin ich für solche Attraktionen eher nicht zu haben, aber als wir da sind ist es dann doch wirklich spannend. Beim Start erleben wir an diesem Nachmittag allerdings nur kleinere Maschinen. Waagerecht am Zaun hängen fällt aus. Aber auch die kleinen Jets wehen einem ordentlich den Sand in die Unterwäsche. Wir nehmen ein Bier in der Happy Hour der angrenzenden Bar und beobachten das Treiben. Zurück nehmen wir den Fussweg über den Strand und sind gerade noch rechtzeitig zu unserer Dinner-Verabredung mit der Manado zurück. Wir wollen gemeinsam Sushi machen, das hatten wir schon lange auf dem Plan. Im Carrefour Supermarkt gibt es super frischen Fisch. Die ersten Versuche sind eher unansehnlich, geschmacklich aber super. Irgendwann haben wir den Dreh raus und schlemmen bis der Reis alle ist.

Bei Ro von der Jojo leihen wir uns eine Nietenzange um unsere Bad-Luke zu reparieren. Das Scharnier ist gebrochen. Gut, dass man bei Island Water World wirklich Alles bekommt. Als wir die Zange zurückbringen, dürfen wir zum Sundowner bleiben. Ich wusste, dass er und seine Frau Lehrer sind. Aber dass er immer in Privatschulen in den abgelegensten Ecken der Erde unterrichtet, erfahren wir erst heute Abend. Aktuell hat er ein Angebot für eine Stelle auf einer Privatinsel in den Bahamas. Auch ein spannendes Lebensmodell, besonders mit zwei kleinen Kindern. Schade, dass wir die vier wohl erst mal nicht wiedersehen werden.

Nach einer Woche brauchen wir einen Tapetenwechsel. Die Manado geht nochmal nach St. Barth und wir wollen rüber in den französischen Teil der Insel.

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Happy Hour im Yachtclub auf Sint Maarten
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Die „Schwestern“ sind bereit fürs Frühstück
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Meer, Strand, Straße… Landebahn
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Zum Anfassen
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Große Yachten, kleine Druchfahrt

20.03.-25.03.2017 St. Marin (Frankreich)

Die Brücke raus in die Simpson Bay öffnet morgens um halb neun. Wir gehen also früh Anker auf mogeln uns vor einer riesigen Superyacht durch. Wir segeln flugs von Holland nach Frankreich, innerhalb von zwei Stunden. In Marigot angekommen wollen wir einen Platz in der Marina Fort Louis. Sie liegt ausserhalb der Lagune in der Bucht und ist auch ohne Brückendurchfahrt erreichbar. Wir sehen es nicht ein, nochmal sieben Euro zu zahlen; für einmal durch die Brücke fahren. Wir sind wohl nicht die Einzigen, die so denken. Als ich die Marina anfunke und nach einem Liegeplatz frage, bekomme ich eine Absage. Sie würden sich aber gegen zwei Uhr nochmal über Funk bei uns melden, vielleicht haben sie dann einen Platz. Mist, wir haben uns so auf eine Nacht am Steg gefreut. Mit mieser Laune fahren wir in Schlangenlinien durch die Boote in der Bucht. Hier ankern kostet auch 20€. Dafür, dass man seinen Haken in den Sand stecken darf, sowas von bescheuert. Wir sind unschlüssig was mir machen, als „Good Times, Good Times“ aus der Funke quäkt. Sie haben einen Platz für uns gefunden, wir jubeln. Gegen Elf sind wir am Steg fest. Wir gehen uns schnell im Marina Büro anmelden und einklarieren, bevor wir in den Ort aufbrechen. Es ist ein heißer Tag und die Luft steht. Wir drehen eine Runde durch den Ort, statten dem Bootsausrüster den obligatorischen Besuch ab, checken den Supermarkt und trinken einen Anleger in einem Cafe. In der Lagune gibt es noch eine Marina, hier liegen die Svea, die Jolene und die Buna Luna. Die schweizer Connection. Wir sagen kurz Hallo und verabreden uns für ein paar Tage später. Heute Abend haben wir nämlich im Marina Restaurant einen Tisch reserviert. Wir gönnen uns ein richtig schönes Abendessen. Zur Vorspeise gibt es Sushi, danach Pizza aus dem Holzofen. Wunderbar, wir müssen nicht abwaschen.

Am nächsten Morgen füllen wir unsere Wassertanks und fahren weiter in eine Bucht weiter östlich. Es ist im Moment so heiß, dass man die Zeit besser vor Anker mit schwimmen und schnorcheln verbringt. Das hat uns die letzten Tage wirklich gefehlt. Wir segeln ganze vier Meilen und finden einen guten Ankerplatz in Grand Case. Den Tag verbringen wir mit Schwimmen und Faulenzen, bevor wir nachmittags an Land gehen. Wir schlendern durch den Ort, der ein Flair wie in Südfrankreich hat. Die Küstenstraße ist gesäumt von guten Restaurants, Boutiquen und Souvenir Shops. In Calmos Bar läuten wir den Abend ein und trinken mit den Füssen im Sand unseren ersten Painkiller. Er ist gleich ein Hammer.

Heute ist Dienstag. Wir erfahren, dass Dienstagabend immer Straßenfest ist. Was ein Zufall. Wir gehen also nochmal an Bord, ziehen uns (ausnahmsweise) was Nettes an und stürzen uns ins Getümmel. Wir beginnen mit einem kleinen Abendessen in einem der Grill-“Restaurants“. Es ist eher eine offene Imbissbude mit Plastiktischen, aber das Essen ist super. Danach lassen wir uns durch die Straße treiben, trinken ein Bier, hören den Bands zu und stöbern durch die Schmuckstände. Ich bekomme ein Halskette aus Muscheln, passend zu meinem Kleid für die Hochzeit von Freunden im Sommer. Wir bleiben in einer Bar hängen, in der eine Französin französische Lieder singt und Gitarre spielt. Wir verstehen zwar kein Wort, aber sie ist so süß, die Musik wunderschön und die Mojitos lecker. Gut, dass heute Dienstag ist.

Den nächsten Tag verbringen wir auch noch in Grand Case. Wir fahren mit dem Dinghi zum Rocher Creole, einem Fels vor der Bucht. Hier soll man toll schnorcheln können. Leider ist es eher enttäuschend. Dafür werden wir auf dem Rückweg zum Boot so nass, dass ich kaum noch die Augen aufmachen kann. Unser Dinghi ist für so einen Törn einfach zu klein und zu schwach motorisiert. Das nächste Mal würden wir definitiv ein größeres Dinghi mit mindestens 10 PS Motor kaufen.

Am nächsten Morgen fahren wir zurück nach Marigot. Wir ankern in der Bucht. Da wir nicht mehr einklarieren müssen, bezahlen wir auch keine 20 €. Man muss nur wissen wie man es macht. Mit dem Dinghi an Land ist es ein langer Weg. Durch den Kanal in die Lagune und bis in die Marina. Hier ist die einzige Anlegemöglichkeit. Wir machen uns klein im Dinghi und versuchen so wenig nass zu werden wie möglich. Wir besuchen die Svea und verbringen spontan den halben Mittag bei ihnen an Bord. Als wir wieder gehen verabreden wir uns für später zum Essen. Als später ist, treffen wir uns erstmal auf der Buna Luna. Die Jolene kommt auch noch. Es gibt Bier, Wein und Chips und wir müssen uns irgendwann zum Aufbruch ins Restaurant ermahnen, so gemütlich ist es. Wir suchen das Restaurant aus, wo die Pizza am besten aussieht. Kaum haben wir unser Essen bestellt, legt der Kellner uns ein Heft auf den Tisch, zusammen mit Zettel und Stift. Oh nein, es ist Karaoke Nacht. Und schon geht es los. Aufgebrezelte Französinnen mittleren Alters, so ca. 4-10 bei jedem Lied, stehen auf der „Bühne“ und brüllen kaum identifizierbare Lieder ins Mikrofon. Könnte ich den Bildschirm mit dem Text nicht sehen, wüsste ich heute noch nicht um welche Lieder es sich gehandelt hat. Je oller je doller trifft es hier ganz gut. Ein Lichtblick ist da der eindeutig schwule junge Kerl, der, herzzerreißend angefeuert von seinem Freund, eine bühnenreife Version von Can you feel the Love tonight hinlegt. So viele Klischees in einem Satz. Irgendwer aus unserer unüberschaubaren Gruppe muss dann auch noch unseren Hut in den Ring geworfen haben. Auf jeden Fall können wir uns nicht wehren, als der Kellner Four non Blondes mit Whats up aufruft. Oha. Nach uns ist die Karaoke beendet. Man denke sich dabei was man will… Wir ziehen auf jeden Fall weiter auf die Svea und beenden den Abend erst spät, sehr spät.

Am nächsten Tag ist unser Kreislauf dementsprechend in Schuss. Aber es hilft nichts, ich muss heute Wäsche waschen. Frauke ist so lieb, mir Tokens für die Waschmaschine in der Marina zu besorgen. Ich belade also das Dinghi mit vier riesen Tüten und mache im Waschraum beide Maschinen gleichzeitig voll. Dann gehe ich zum Kaffee zu Frauke. Franzi von der Buna Luna ist auch da und hat Croissants mitgebracht. So macht Wäsche waschen Spaß. Wir verbringen einen entspannten Morgen/Mittag und als die dritte und vierte Ladung ihre Runden in der Seifenlauge dreht, kommt Stefan auch noch dazu. Er war in der Zwischenzeit beim Bootsausrüster, einen externen Tank fürs Dinghi besorgen. Wir haben das ständige Nachtanken des Motors bei Welle satt. Als alle Tüten gewaschen sind müssen wir uns aus der gemütlichen Runde verabschieden. Wir fahren schnell zurück aufs Boot. Die Wäsche will getrocknet werden, sonst müssen wir heute Nacht in feuchten Laken schlafen. Ich verbringe also den Rest des Tages damit, Teile auf die Leine zu hängen, umzudrehen, gerade zuziehen, abzunehmen, neue aufzuhängen, und aufzupassen, dass dabei nichts im Wind über Bord geht. Es versteht sich von selbst, dass ich weder genug Leine noch genug Klammern habe, um vier Maschinen Wäsche auf einmal aufzuhängen. Dabei werden alle Sachen mit „Durchzug“ schon auf Gummistropps gefädelt und quer durchs Cockpit gespannt. Unterhosen zum Beispiel, oder T-shirts. So kann man mal einen ganzen Nachmittag mit Wäschetrocknen verbringen, ist halt anders als zu Hause. Dafür belohnen wir uns abends und gehen schon wieder essen. Hier können wir es uns noch ganz gut leisten, vor allem nach den vielen Tagen vor Anker. Sobald wir auf die Virgin Islands kommen wird auswärts essen unerschwinglich. Ausserdem sind wir in Frankreich. Hier gibt es Moules Frites. Muscheln mit Pommes, eines meiner Lieblingsgerichte. Ich bestelle eine Portion mit Currysauce und werde nicht enttäuscht. Stefan bekommt, wie meistens, Pizza. So lecker haben wir lange nicht gegessen.

Am nächsten Tag wollen wir Abends weiter auf die British Virgin Islands, die letzte Nachtfahrt in der Karibik. Wir gehen nochmal einkaufen um die Vorräte auszufüllen. Wasser, Bier, frische Lebensmittel. Auf den BVIs ist nämlich einfach Alles extrem teuer. Nachmittags segelt die Manado von St. Barths nach Marigot. Sie kommen gleich zu uns an Bord und während wir kochen, essen und abwaschen, tauschen wir uns über die letzten Tage aus, die wir nicht miteinander verbracht haben. Es fällt uns schwer sie irgendwann rauszuschmeißen, aber wir wollen ablegen bevor es dunkel wird. In ein paar Tagen wollen sie auch rüber kommen, dann sehen wir uns wieder. Genauso wie die Schweizer Connection, die auch alle mit auf die BVIs kommen.

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Dinner for Two
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Karaoke ojemine
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Wir feiern den ersten Painkiller der Reise
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Mit wunderbarem Ausblick
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2 Gedanken zu “Johannas Tagebuch 11.03.-25.03.2017 Barbuda, Holland, Frankreich

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