BVIs – Inmitten der Charterflotte

Vor vier Jahren haben wir mit vier Freunden auf den BVIs einen 38 Fuß Katamaran gechartert. Dies war einer der schönsten, wenn nicht DER schönste Urlaub den wir bisher gemacht haben. Er hat ausserdem einen großen Ausschlag dafür gegeben auf unserer Auszeit in die Karibik zu segeln. Daher waren speziell die BVIs eines unserer absoluten MUSS Ziele. Gleichzeitig waren wir aber auch verunsichert. Gefallen uns die BVIs immer noch so gut, nachdem wir schon fast alle Inseln der Karibik gesehen haben. Ist ein typisches Charterrevier auch etwas für Langfahrer? Können wir uns das Revier als nicht Urlauber überhaupt leisten?

Unsere größte Sorge war die Liegeplatz / Anker  Situation. Mit dem Charterkat haben wir jeden Tag an einer Mooring Tonne gelegen. Für 30 Dollar die Nacht. Kein Problem im Urlaub mit 6 Leuten an Bord. Unmöglich auf Langfahrt mit begrenztem Budget. Diese Sorge hat sich auch nicht als ganz unbegründet erwiesen. Wir musste zwar bisher selten für das Übernachten an einer Mooring zahlen, aber das Ankern hat sich schwieriger gestaltet als auf vielen anderen Inseln. Leider sind gerade die schönsten Buchten mit Mooring Tonnen übersät. Oftmals gibt es kleine Ecken in Landnähe in die man sich noch legen kann oder man ankert auf größerer Wassertiefe neben dem Bojenfeld. Eine Ausnahme ist der North Sound von Virgin Gorda. Hier gibt es neben den Mooringfeldern von Bitter End, Saba Rock und Leverick noch unzählige großartige Ankerplätze. Das Gute, da sich fast alle Chartersegler an die Tonnen legen hat man die anderen Plätze meist für sich alleine oder teilt sie mit wenigen Langfahrern. Es gibt auch noch ein paar andere Buchten wo keine Bojen liegen und in denen man problemlos ankern kann. Leider gibt es dort dann aber meist auch sonst wenig.

Die Preise sind in den meisten Restaurants und Bars unverschämt hoch. Eine Pizza für 20$, das Nudelgericht 30$, ein kleines Bier aus der Flasche 6$ und der Painkiller zwischen 8$ und 13$. Das Happy Hour 1×1 ist essentiell wenn man den Sundowner nicht jeden Abend auf dem eigenen Boot trinken möchte. In welcher Bar gibt es zu welcher Zeit welche Drinks zu welchen Preisen? Mit diesem Wissen sitzen wir auch hier an den schönsten Plätzen und geniessen den Painkiller für 4$ und das Bier für 3$. Ein weiterer „Geheimtipp“ ist die Trellis Bay. Hier sind ausnahmsweise die Langfahrer in der Überzahl und manche Bars und Cafés haben sich von Angebot und Preis auf diese eingestellt. Da dies hier die einzige Bucht dieser Art ist, ist es nahezu unmöglich einen Ankerplatz zu bekommen. Wir liegen daher gegenüber in Marina Cay vor Anker und fahren mit dem Dingi rüber.

Wasser, frische Lebensmittel und der Bordmüll. Auf fast allen Inseln der Karibik bekommt man überall alles. Manchmal teurer, manchmal günstiger. Selbst in der kleinsten Bucht gibt es einen Boatboy bei dem man frisches Obst oder Gemüse kaufen kann oder der den Müll entsorgt. Auf den BVIs gibt es in vielen Buchten nichts. Richtig einkaufen kann man eigentlich nur in Road Town. Es gibt zwar noch ein stark reduziertes Angebot in manchen größeren Buchten wie dem North Sound oder Supers Hole, aber zu irrwitzigen Preisen. Auch Wassertanken kostet uns hier 20$ pro Tankfüllung.

Auch wenn man hier als Langfahrer in der Unterzahl ist würde wir immer wieder auf die BVIs segeln. Die Buchten sind traumhaft schön, die Unterwasserwelt atemberaubend und das Leben auch nicht teurer als auf den anderen Inseln wenn man sich den Bedingungen anpasst.

Stefan

Advertisements

6 Gedanken zu “BVIs – Inmitten der Charterflotte

  1. Wir können gut nachvollziehen, wovon Ihr sprecht, uns haben die BVIs auch super gefallen, aber die Preise, nicht zuletzt auch auf Grund des aktuellen Wechselkurs, sind wirklich gewöhnungsbedürftig.
    Wir haben zu Ostern die neue Saison eröffnet und freuen uns auf spannende Törns. Wann geht denn die Good Times auf ihre große Reise?

    Rüdiger

    Gefällt mir

    1. Hallo ihr Lieben, wir haben es inzwischen auf die Spanish Virgins geschafft. Keine Charterboote und angemessene Preise. Dafür sehr amerikanisch. Die Good Times geht Anfang Mai auf den Frachter. Dann fliegen wir kurz heim und dann nach England. Wir sind langsam echt aufgeregt. Im Herbst kommen wir zu Klemens ins Winterlager, bzw. in die Werft. Hoffentlich sehen wir uns da nochmal. Liebe Grüße!

      Gefällt mir

      1. Hallo Ihr Lieben,

        meldet Euch einfach, wenn Ihr absehen könnt, wann Ihr in der Klemens Werft ankommt. Dann sehen wir uns ganz bestimmt und wenn wir extra dafür aus Hamburg „anreisen“ müssen!

        Rüdiger

        Gefällt mir

  2. Hallo Ihr Zwei, das sind unfassbar schöne Bilder ! Bei uns kehrt zur Zeit der Winter zurück. Wir kratzen wieder Eis von der Autoscheibe !!
    Noch schöne Zeit und gute Rückkehr.
    Steffen

    Gefällt mir

    1. Wir werden auch gerade von dem ersten tropischen Tief der nahenden Hurrican Saison geärgert. Das bedeutet hier bei uns häufiger Regen und starker Schwell aus Nord. Normalerweise ruhige Ankerplätze werden so zu Achterbahnfahrten. Das Ende der Karibik ist inzwischen auch absehbar. In wenigen Wochen geht es für uns zurück nach England. Viele Gruesse. Stefan

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s