Johannas Tagebuch – 01.-14.02.2017 Getting stuff done on Guadeloupe

01.-08.02.2016 – Pointe a Pitre

Wir brechen früh auf und freuen uns auf den kurzen Schlag rüber auf die Iles de Saintes. Das Wetter ist nicht so ideal, irgendwie komisch bewölkt und etwas dubios. Aber der Wind ist gut und wir haben die 20 Meilen noch vor 12 h mittags geschafft. Als wir ankommen allerdings: Alles voll. Die Bojen sind belegt und die Boote, die im tiefen Wasser ankern stehen bei jeder frei werdenden Boje in den Startlöchern. Jetzt ewig Kreise zu drehen ist uns zu blöd. Wir winken den uns bekannten Booten kurz zu und machen uns weiter Richtung Guadeloupe. Nochmal 25 Meilen. Naja, ist halt so. Aber das Wetter. Sieht immer noch komisch aus. Grauer Himmel, soweit das Auge reicht. Kein bisschen blau irgendwo. In Deutschland ist das vielleicht normal, aber hier eben nicht. Und irgendwann erwischt es uns dann. Bis zu 40 Knoten Wind von jetzt auf sofort. Zwar haben wir das zweite Reff im Großsegel, aber die Fock ganz draussen. Ich kann die Good Times kaum noch halten, soviel Druck ist auf dem Ruder. Irgendwie schaffen wir es, das Vorsegel einzurollen. Es schüttet wie aus Kübeln, so dass wir innerhalb kürzester Zeit durchnässt sind. Die See stellt sich steil auf und der Regen peitscht über die Wellen. Wir sehen das Land nicht mehr. Auf einen Squall waren wir nicht vorbereitet, der Himmel sah auch überhaupt nicht danach aus. Es fühlt sich eher an wie ein nicht endender Squall. Erst nach über 30 Minuten wird es langsam besser. Nacheinander ziehen wir uns trockene Sachen an, im Wind wird es sonst arschkalt. Gegen fünf erreichen wir erschöpft die Marina. Zur Belohnung gibts Pizza, immerhin.

Die Marina (Bas-du-Fort) ist schön. Super freundliches Personal und vernünftige Anlagen inklusive Waschmaschinen für 2€. Die Promenade ist mit Restaurants und Cafes gesäumt. Es gibt eine europäische Bäckerei, einen günstigen Supermarkt und mehrere Bootsausrüster. Alles was das Langfahrerherz begehrt, nur leider wenig karibisch. Und die Mücken sind eine Plage, sie machen mich wahnsinnig. Wir liegen eine Woche hier und haben viele Dinge zu erledigen. Der Riss im Vorsegel muss genäht werden, Wäsche waschen ist angesagt, das ein oder Andere vom Bootsausrüster muss besorgt werden. Abends kochen wir lecker mit frischen Zutaten aus dem Supermarkt oder gehen mal essen. Einen Abend kommt die Richard Parker zum Abendessen zu uns. Sonst gibt es rund um die Marina nicht viel zu entdecken. Ohne Leihwagen ist man aufgeschmissen. Wir bereiten uns also auf unseren Termin im Trockendock vor. Die Good Times braucht dringend einen neuen Unterwasseranstrich, damit nicht mehr so viel Gras am Rumpf wächst.

08.-09.02.2017 – im Trockendock

Vor uns ist die Richard Parker im Trockendock. Das ist praktisch, sie erzählen uns wie alles abläuft. Morgens früh um acht steuert Dominique langsam rückwärts aus dem gefluteten Schwimmdock. Dann sind wir dran und fahren mit einem etwas mulmigen Gefühl in die Stahlkonstruktion. Mit massiven Tauen werden wir nach beiden Seiten abgespannt. Als das Wasser langsam abgepumpt wird kommt ein Taucher und kontrolliert, dass wir sicher auf dem Kiel stehen. Nach ungefähr einer halben Stunde sind wir hoch und trocken. Es geht gleich los mit abspritzen und schrubben. Die Jungs arbeiten wirklich ordentlich. Ich düse mit dem Dinghi rüber in die Marina uns hole Frühstück. Dann sehen wir uns ein bisschen in der Werft um. Es ist irgendwie gemütlich hier. Es gibt ein paar Stühle und einen lieben Hund, der gerne gestreichelt wir. Wir gucken den Jungs bei der Arbeit zu und sind beeindruckt wie schnell das geht. Um abends nicht einsam in 4 Meter Höhe auf dem Boot sitzen zu müssen, gehen wir zu Vera und Dominique auf einen Drink. Wir gewähren uns gegenseitig Asyl, so wirklich schön ist es da oben nämlich nicht. Die Nacht schlafen wir trotzdem ganz gut, sind aber froh als wir am nächsten Morgen wieder Wasser unter dem Kiel haben.

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Man sieht ihr an, dass sie nicht in ihrem Element ist…
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Die Werft inklusive Hund

09.-12.02.2017 vor Anker Point a Pitre

Aus der Werft fahren wir in die Bucht gegenüber der Marina und ankern. Obwohl es hier ziemlich offen ist liegt man ziemlich ruhig. Wir vertrödeln die Tage und warten auf den richtigen Wind. Im Moment ist immer ziemlich viel. Wenn wir mit dem Dinghi rüber in die Marina fahren werden wir zu zweit immer ziemlich nass. Die kleinen kurzen Wellen, die uns entgegen kommen lassen unser Kontrollboot ordentlich hüpfen. Deswegen fahren wir oft alleine, z.B. zum Einkaufen. Mit weniger Gewicht kommt man ins Gleiten und fährt deutlich schneller und komfortabler. Die Richard Parker liegt noch in der Marina und wir treffen uns oft zum Sundowner bei ihnen oder gehen gemeinsam essen. Viel gemeinsame Zeit bleibt uns nicht mehr. Sie warten auf eine Freundin, die zu Besuch kommt. Mit ihr wollen sie noch ein bisschen touren und dann aufbrechen um nach Kolumbien zu segeln.

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Sundowner auf der Richard Parker – mit Stil

13.-14.02.2017 Guadeloupe Pigeon Island

Es sind knapp 40 Meilen um die halbe Insel nach Pigeon Island. Hier gibt es einen Marine Park mit besonders schöner Unterwasserwelt, sagte man uns. Wir segeln also früh los und kommen ganz gut voran. Bis mittags der Wind einschläft. Als wir an der Westküste sind frischt es wieder auf. Allerdings kommt der Wind jetzt genau von vorne. Mist, also weiter Motorboot fahren. Die letzten fünf Meilen können wir dann doch noch hoch am Wind segeln. Nach ein paar Runden durch das volle Ankerfeld finden wir doch noch einen schönen Platz ganz vorne am Strand. Es ist wirklich schön hier. Die Sonne geht neben der Insel unter und wir kommen gerade noch rechtzeitig. Nach dem Abendessen falle ich ins Bett. Stefan bleibt wie üblich noch auf und guckt einen Film. Am nächsten Tag gehen wir die Schnorchel-Spots auschecken. Wir fahren mit dem Dinghi rüber zur Bucht und machen an einer Boje fest. Als wir ins Wasser fallen trauen wir unseren Augen nicht. Überall Fische. Und Korallen. Man muss nicht erst irgendwo hin schwimmen, sie sind überall um einen herum. Wir paddeln bis es uns zu kalt wird und fahren zurück zum Boot. Auf der Suche nach Internet fahre ich später an Land. So schön es in der Ankerbucht ist, so schrecklich ist es an Land. Der Strand ist überschwemmt mit Menschen, fies dreckigen Cafes, Plastikstühlen und Tischen und Bierflaschen. Überall lärmt es rum und man muss aufpassen nicht in auf dem Handtuch liegenden Menschen oder Müll zu treten. Ich mache auf dem Absatz kehrt und rette mich wieder aufs Boot. Hier verbringen wir dann auch den restlichen Tag. Morgen wollen wir weiter nach Antigua. Eigentlich haben wir noch keine Lust schon wieder weiter zu fahren, aber es ist super Wind angesagt und keine Welle. Ideale Bedingungen. Für die 50 Meilen ist früh aufstehen angesagt. Wir machen also Seeklar und gehen früh schlafen.

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Sonnenuntergang bei Pigeon Island – wer ist eigentlich dieser Green Flash?
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