Johannas Tagebuch 06.-19.01.2017 Saint Lucia und Martinique

06.01.-10.01.2016 Marigot Bay Saint Lucia

Die Marigot Bay ist klasse. Die Bucht ist wunderschön und ein Anlaufpunkt für Superyachten. Wir liegen mit dem Heck zum Steg in der Marina, die einem Luxus Hotel angeschlossen ist. Als Marina Gast können wir alle Hoteleinrichtungen kostenlos nutzen. Und das machen wir natürlich. Der Hotelpool ist super und es gibt jeden Tag frische Handtücher. Wenn man dann da so rum liegt kommt ab und zu jemand mit einem kleinen Snack oder einem frischen Saft rum. Alles kostenlos. Was ein Luxus. Wir bestaunen die riesigen >100 Fuß Motor oder Segelboote, die neben uns am Steg liegen. Abends gehen wir zum Sundowner zu Doolittle. Da gefällt es uns nicht so gut. Das nächste Mal gehen wir ins Hurricane Hole. Viel besser. Pünktlich um sechs treffen sich hier die Segler und es wird geklönt. Ausserdem gibt es super Pizza. Die gönnen wir uns, wie immer, nach der Nachtfahrt. Wir lernen Claas und Sophie von der Hera mit ihrer kleinen Tochter kennen und verbringen viel Zeit gemeinsam. Die beiden sind genau unsere Kragenweite. Wir treffen uns wahlweise auf der Hera zum Frühstück mit selbstgemachten Crepes, zum Wein auf der Richard Parker oder einfach am Pool. Wir haben immer Gesellschaft in diesen Tagen, das ist wirklich schön. Neben noch ein paar anderen Booten die wir flüchtig kennen sind auch die Marina Angestellten sehr freundlich und immer für einen kurzen Plausch am Steg zu haben. Am 08.01. verlässt uns Pete. Er nimmt die Fähre nach Martinique und wir sind alleine. Es ist ein trauriger Abschied für mich und ein komisches Gefühl in den kommenden Tagen. Nach sieben gemeinsamen Wochen fehlt einfach etwas, wenn einer weg ist. Leider müssen auch wir weiter, obwohl es so schön ist. Wir wollen nach Le Marin auf Martinique, DEM Yachtzentrum in der Karibik. Ein paar Arbeiten am Boot machen und machen lassen. Gemeinsam mit der Richard Parker und der Hera segeln wir morgens los Richtung Norden.

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Luxus Hotel mit Marina Steg.
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Die Poolbar! Musste natürlich getestet werden.

10.01.-16.01.2016 Le Marin / Anse de Arlet Martinique

Es ist mal wieder ein ruppiger Amwind Kurs, aber wir können fast die ganze Zeit segeln und bekommen auch gleich einen Liegeplatz, als wir gegen fünf Uhr ankommen. Es ist beeindruckend, ich habe wohl noch nie so viele Schiffe auf einem Haufen gesehen. Schon als man in die riesige Bucht reinfährt sieht man den ersten Ankerplatz vor St. Ann. Von da an ist es mehr oder weniger ein einziger Ankerplatz, der in Mooringbojen und die Marina übergeht. Masten so weit das Auge reicht. Schön ist der Ort aus meiner Sicht nicht. Dafür ist er für den gemeinen Europäer ein Paradies. Nicht, dass wir verreisen damit alles so ist wie zu Hause. So sind wir wirklich nicht drauf. Aber es ist doch ein Luxus, wenn man morgens zu einem richtigen Bäcker gehen kann, wo man frische Croissants und bestes Baguette zu günstigen Preisen bekommt. Vor allem nach den Inseln die hinter uns liegen. Wo man für ein bisschen Gemüse oder Brot oft fast zehn Euro hinlegen musste. Nach Croissants und Kaffee beim Bäcker, wo wir natürlich direkt wieder die Richard Parkers treffen, machen wir eine Tour durch die Bootsausrüster. Davon gibt es einige und wir besorgen, was sich so angesammelt hat auf unserer Liste in den letzten Woche. Es gibt auch einen riesigen Waschsalon mit Maschinen bis zu 14 kg und heißem! Wasser. Ich wasche wie eine Wilde Laken, Unterlaken, Bezüge, Handtücher und alles was sich nicht wehrt. Die Wäscheleine biegt sich unter der Last. Wir basteln ein bisschen am Boot und genießen den direkten Landanschluss. Uns gegenüber liegt ein deutscher Kat, die Buggaboo aus Bremen. Sie liegen hier das ganze Jahr. Einen Abend gehen wir rüber und werden mit köstlicher Suppe, gebrannten Erdnüssen und wertvollen Tipps versorgt. Es ist ein sehr schöner Abend und wir können uns kaum verabschieden. Einen anderen Abend kommen Claas und Sophie zum Thai Curry vorbei. Einen anderen gehen wir auf die Hamaka und lernen Thomas und Doris endlich persönlich kennen. Vorher kannten wir sie (fast) nur über facebook. Am nächsten Abend machen wir Atlantic Odyssey Revival Treffen mit sechs oder sieben Crews. Alle liegen hier in der Nähe und es macht Spass sich wieder zu sehen und auf den neuesten Stand zu bringen. Wir haben eine gute Zeit in Le Marin. Nur dass wir nichts von dem gemacht bekommen, was wir eigentlich wollten. Die lokalen Dienstleister sind nicht besonders serviceorientiert, vor allem nicht, wenn man kein französisch spricht. Antifouling müssen wir wohl wo anders machen lassen. Nach ein paar Tagen wird es mir zu eng in der Marina. Tagsüber ist es super heiß und man kann nicht schwimmen. Mir fehlt es, einfach ins Wasser zu hüpfen, wenn einem danach ist. Wir müssen aber noch einkaufen, bevor wir weiterfahren. Der lokale Discounter ist eine Dinghifahrt entfernt und hat einen eigenen Anlegesteg. Wir bunkern 180 Liter Wasser in Flaschen, Stefan fährt nur dafür zweimal hin und her. Ausserdem kaufen wir Bier und Softdrinks, ein paar Konserven und viel frischen Käse und sowas. Das lohnt sich wirklich, nirgendwo kann man so günstig einkaufen und hat so eine Auswahl. Als das erledigt und verstaut ist legen wir ab. Erst nach mittag, in die Ankerbucht ist es nicht so weit. Ein Fehler, wie sich rausstellt. Als wir nach wenig Wind gegen halb fünf ankommen ist es super voll. Wir probieren drei oder vier Ankermanöver und werden dabei von Franzosen beschimpft. Nicht, dass wir das Volk eh schon besonders sympathisch finden… Auf dem Seegras am Grund hält aber auch einfach nix. Wir entscheiden uns in die nächste Bucht zu fahren, bevor es dunkel wird. Auch hier ist es voll und wir bekommen nur einen Platz ganz aussen auf acht Meter Wassertiefe. Wir wären gerne ein bisschen geblieben um uns das Dorf anzuschauen und die Bucht zu genießen. Aber da wir so doof liegen und uns nicht wirklich wohl fühlen bleiben wir abends an Bord und fahren am nächsten Tag weiter nach Fort de France, die Hauptstadt von Martinique.

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Fuhre eins von drei – Wasser und Klopapier für die nächsten hundert Tage

16.01.-19.01.2016 Fort de France

Fort de France ist auch nicht besonders schön. Dafür ist der Ankerplatz direkt vor der Stadt, ausreichend groß und mit gutem Ankergrund. Wir finden einen Platz in der ersten Reihe und begrüßen die Richard Parker etwas später direkt hinter uns. Die Tage sind eher eindruckslos. Wir besorgen ein paar Dinge, die schon lange auf der Liste sind, wie zum Beispiel neue, dunkle Kissenbezüge. Die weissen, die wir haben sind auf die Dauer doch eher unpraktisch. Einen Abend laufen wir zum Sundowner in eine Hotelbar direkt am Strand einige Kilometer weg. Nach einem völlig überteuerten Cocktail gehen wir wieder zurück und machen Raclette auf der Richard Parker. Die Schweizer können Raclette auch ohne Strom. Sie haben ein kleines Metallgestell, in das zwei Teelichter gestellt werden, die den Käse schmelzen. Dauert zwar etwas länger, ist aber urgemütlich und genauso lecker. Wir entscheiden uns, Martinique zu verlassen und endlich nach Dominica zu segeln. Für uns ist das eines der Ziele, das wir unbedingt sehen wollen und auf das wir uns schon lange freuen. Da es einige Meilen sind und wir ankommen wollen, bevor das Zollbüro übers Wochenende schließt, entscheiden wir uns mal wieder für eine Nachtfahrt. Gegen zehn holen wir im Dunklen den Anker ein und segeln aus der Bucht. Es wird eine gute, ruhige Nacht.

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Cocktails. Und Salzstreuer…
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Raclette Remote. (sorry für die schleche Qualität)
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Ein Gedanke zu “Johannas Tagebuch 06.-19.01.2017 Saint Lucia und Martinique

  1. Danke liebe Johanna! So können wir eure Zeit in dem Traumrevier miterleben. Wir freuen uns schon auf deine und Stefans nächste Berichte.
    Erlebt weiter viel Schönes.
    Liebe Grüße aus Langenfeld

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