Barbados – Karibik light

15. Dezember 2016. Land in Sicht. Nach 26 Tagen kommen wir endlich mit der Atlantic Odyssey auf Barbados an. Jimmy Cornell hat netterweise die Abschiedsparty wegen uns und zwei anderen Crews vom 14. auf den 15. verschoben. Großartig. Party Start ist um 16.30. Punkt drei haben wir die Leinen fest. Nach einer Immigration in Höchstgeschwindigkeit, schneller Dusche und Taxi sind wir tatsächlich Punkt halb fünf im Barbados Yacht Club zur offiziellen Welcome Party. Gezählt haben wir die Rum Punsch dort nicht.

Barbados als Ankunftshafen hätten wir uns ohne die Atlantic Odyssey wahrscheinlich nicht ausgesucht. Das hatte keinen bestimmten Grund. Aber Barbados hat man als Deutscher irgendwie nicht auf dem Schirm wenn man an die bekanntesten Inseln der Karibik denkt. Anders in England. Kurz vor Weihnachten hat man das Gefühl, das halbe Königreich verbringt seinen Winterurlaub in der ehemaligen Kolonie.

Umso positiver überrascht sind wir!

Schon kurz nach dem Ankommen fühlen wir uns super wohl. Das liegt zu einem an dem herzlichen Empfang, der tollen Community der Mitsegler unserer Rallye und den hunderten von Weihnachtsbäumen am festlich geschmückten Stadthafen. Zum anderen ist Barbados als erste Insel nach Europa ein sanfter Start in die Karibik. Nicht  der harte Einstieg, wie beispielsweise St. Lucia, St. Vincent oder Grenada wo man neben Traumstränden auch direkt mit den Schattenseiten des Paradieses konfrontiert wird.

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Die Menschen auf Barbados sind nett, freundlich, hilfsbereit, kontaktfreudig, interessiert. Jeder möchte sich mit uns unterhalten. Wir sind das weisse Schaf in der schwarzen Herde. Man hat niemals das Gefühl, es geht immer nur ums Geld, ums Geschäft oder den eigenen Vorteil, wie auf anderen Inseln der südlichen Karibik. Ich bin zum Beispiel fest überzeugt, das Bier kostet 5 Barbados Dollar an der Strand Bar. Mehr habe ich auch nicht mehr in der Badehose und gebe sie dem Barkeeper. Er schaut mich erst irritiert an, murmelt dann irgendetwas von „Tha Beehre is normahhlly 6 Barbadians“, lacht und meint: „If you only have five, five is fiiiine for you my friend.“

Die Preise sind auf normalem (europäischen) Niveau, wenn man sich an die landestypischen Produkte und Bräuche hält. Beispielsweise ist das Mittagessen – wie auch in England und Amerika – wirklich preiswert. Für das Dinner muss man jedoch tief in die Tasche greifen. Auch nicht ganz selbstverständlich: Wir zahlen in Bars und im Supermarkt die gleichen Preise wie die Einheimischen.

Wir fühlen uns ausserdem in Barbados immer sicher gefühlt. Nachts haben wir niemals die Luken oder unsere Haustür geschlossen und auch Johanna fühlt sich alleine in der Stadt oder auf dem Markt nie unwohl. Ich will meine alten Segelschuhe eigentlich einem Einheimischen spenden und stelle sie im Stadthafen an den Gehweg. Dort stehen sie auch noch als wir nach Mustique weitergesegeln. Ich hoffe sie finden noch einen neuen Besitzer.

Barbados erfüllt alles was man sich als Europäer klischeehaft unter Karibik vorstellt. Jedoch ein bisschen in der Light Version. Das Wasser ist nicht so türkis wie in den Grenadinen, der Sand nicht so weiss wie auf Antigua, die Vegetation nicht so tropisch wie auf Grenada und die Palmen nicht so schön schräg über dem Wasser wie auf den Virgin Islands.

Wir hätten uns trotzdem keine bessere Zielinsel für den Landfall aussuchen können und sind jetzt bereit für die „richtige“ Karibik mit allem Traumhaften aber auch allen Einschränkungen die uns dort erwarten werden.

Stefan

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2 Gedanken zu “Barbados – Karibik light

  1. Hurra- Das Reisetagebuch geht weiter ! Es hört sich Alles sehr gut an. Wir sind schon gespannt auf Eure weiteren Abenteuer. Macht es gut und genießt die herrliche Ecke dieser Erde. Ihr habt es Euch verdient.
    Bei uns sind Minusgrade.. Steffen und Conny

    Gefällt 1 Person

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