MITTEN auf dem Atlantik – Halbzeit

Heute feiern wir Bergfest. 1.500sm liegen hinter uns. Wir hoffen, dass wir für die zweite Hälfte besseren Wind haben und deutlich weniger Zeit brauchen. Wir haben bis jetzt ingesamt 5 Tage mit Flauten gekämpft. Das war ca. ein Drittel der Zeit die wir inzwischen unterwegs sind. Wir haben – zumindest geographisch – das Zentrum des Passatwindgürtel erreicht und die Tradewinds scheinen sich auch endlich zu erinnern mit welcher Richtung und Stärke sie um diese Jahreszeit eigentlich wehen sollen. Die Laune an Bord steigt schlagartig. Wir haben alle ein breites Grinsen im Gesicht als die Good Times mit über 6 Knoten durch den Atlantik pflügt. Endlich geht es voran.

Wenn wir über die letzten beiden Wochen zurückdenken wird uns immer mehr klar, dass man eine Ozean Überquerung im Gegensatz zum Segeln an der Küste nicht wirklich planen kann. Selbst der beste Wetterbericht nach dem man seine Abfahrt richtet gibt lediglich eine Idee für die nächsten 3 Tage. Genug wenn man von Hafen zu Hafen tingelt. Nahezu nutzlos wenn man nach dem Ablegen noch mindestens 3 Wochen offenen Ozean vor sich hat. Wenn man erst einmal abgelegt ist bleibt einem nur es zu nehmen wie kommt. Ein ungewohntes Erlebnis in einer Zeit in der man gewohnt ist im Alltag alles minutiös planen und kontrollieren zu können. Wir waren anfangs frustriert, genervt, gereizt. Wir waren es einfach nicht gewohnt an einer Situation nichts ändern zu können. Sie einfach hinzunehmen. Das macht demütig. Man merkt wer hier draussen der Chef ist. Irgendwann lassen wir uns einfach darauf ein. Lassen uns im wahrsten Sinne des Wortes treiben. Wir realisieren, dass es eigentlich keinen Unterschied macht ob wir ein paar Tage früher oder später auf der anderen Seite ankommen.

Nachdem die Hälfte jetzt geschafft ist werden wir aber doch wieder ein bisschen unruhig. Die Karibik liegt gefühlt zum Greifen nahe. Wir wollen ankommen!

Stefan

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2 Gedanken zu “MITTEN auf dem Atlantik – Halbzeit

  1. Hallo Good Times ! Meile um Meile geht es immer stetig in die richtige Richtung. Das Tempo ist egal. Ich kann die Bedenken voll verstehen. Wahrscheinlich würde es mir genauso gehen. Ständig an den Segeln zupfen und Geschwindigkeit fordern. Aber genau das ist es, was wir auf so einem Trip lernen – die Gelassenheit. Seid froh , dass es nicht andersrum geht. Weiter gute Fahrt ! Stefan – über welchen Weg schickst Du eigentlich die Nachrichten auf die Website ?
    Macht et jut – Steffen

    Gefällt 1 Person

  2. Hi Steffen, danke für deinen Kommentar. Leider ist das Internet in der Karibik nicht immer das Beste. Daher können wir Kommentare oft erst später beantworten. Trotzdem freuen wir uns über jeden Einzelnen. 🙂

    Wir können den Blog per EMail übers Satelliten Telefon aktualisieren. Das geht zwar nur ohne Bilder, aber immerhin. Jetzt haben wir ab und zu aber wieder Netz und es gibt auch neue Bilder.

    Ganz liebe Grüße von Mustique und schöne Silvester Feierlichkeiten für euch.
    Johanna

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