Auf dem Atlantik – Tag 9-12

Flaute! Dafür scheint endlich die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Anfangs können wir noch mit ein bis zwei Knoten Fahrt Richtung Westen „segeln“. Abends dann völlige Flaute. Wir nehmen zum zweiten Mal auf der Überfahrt die Segel komplett runter. Lassen uns wieder treiben. Die Nacht ist der Horror. Trotz null Wind sind auf dem Atlantik immer 1-2m Dünung. Die Good Times rollt wieder wie verrückt. 30 Grad zu jeder Seite. Es ist laut, knarzt, scheppert, platscht. An Schlaf ist nicht zu denken. Am nächsten Morgen immer noch Flaute. Die Wolken sehen irgendwie seltsam aus. Ganz anders als man es von zu Hause, Ostsee oder Mittelmeer kennt. Mehrere Wolkenschichten und -arten scheinen sich zu überlagern. Reichen bis zum Horizont herunter. Es sieht aus als würde Sie aus dem Wasser wachsen. Die tropischen Tiefdruckgebiete die momentan zwischen Äquator und nördlichem Wendekreis liegen sind hierfür verantwortlich, leider auch dafür, dass wir Flaute haben. Wir sind genervt, frustriert. Denken wieder über die Option Zwischenstopp Kapverden nach und schmeissen den Motor an. In der nächsten Nacht kommt schließlich ein bisschen Wind auf. Leider immer noch nicht genug zum Segeln. Wir treiben weiter. Zum Glück verspricht der Wetterbericht Besserung ab Donnerstag / Freitag. Stabile Passatwinde! Endlich. Wir entscheiden uns zum zweiten Mal gegen die Kapverden und treiben weiter. Johanna und Pete nutzen die Chance und gehen mitten auf dem Atlantik baden. Das Wasser hat 26 Grad. Abends bekommen wir noch Besuch von einer riesigen Schule Delfinen. Eine Gruppe von 50-60 Tieren schwimmt eine Stunde um die treibende Good Times. Das Wasser ist so klar, dass man sie noch tief unter dem Boot schwimmen sehen kann. In dieser Nacht kommt endlich Wind auf. Um 3 Uhr bergen wir den Spibaum und setzen alle Segel. In der sternenklaren Nacht dauert das Manöver ungefähr drei mal so lange wie am Tag. Aber endlich geht es weiter, die Good Times macht wieder Fahrt. Am nächsten Morgen sind wir mitten im Klischee. 35 Grad, blauer Himmel, Badehose und die ersten fliegenden Fische landen auf Deck – Bilder folgen wenn wir auf Barbados sind.

Die Tage gehen inzwischen schnell vorbei. Hell ist es von 8 bis 8. Einfach. Wir haben unseren Rhythmus gefunden. Gegen 11 Uhr gibt es Kaffee und Frühstück. Um 12 Wetter und Büroarbeiten. Danach legen wir uns meist nochmals in die Kojen. Lesen, hören Musik. Gegen 5 wird es langsam Zeit fürs Abendessen. Danach Geschirr spülen, Sonnenuntergang und wieder ab in die Kojen, zumindest für die erste Schlafschicht.

Stefan

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