Segeln in Portugal – Traum oder Alptraum

Vorneweg gesagt: Letzteres war es für uns mit Sicherheit nicht. Dafür sind einfach die Städte zu schön und die Menschen zu nett. Aber Portugal gehört sicherlich auch nicht zu den Revieren, in die wir zum Segeln unbedingt nochmal kommen müssen. 

Irgendwie schaffen wir es nie, die Etappe für die einzelnen Länder länger im voraus zu planen. Andere Crews die wir treffen haben oft richtig konkrete Pläne, die fast bis zum Heimweg reichen. Wir planen immer nur das Land, in dem wir gerade sind. Der Vorteil. Vieles was wir gesehen haben, hätten wir bei einem detaillierten Törnplan nicht erlebt. Es wurde uns vor Ort von anderen Crews oder Einheimischen empfohlen. Auch mit Portugal haben wir uns erst in den letzten Tagen in Spanien beschäftigt. Was man da so in den Revierführern liest machte uns nur begrenzt Lust dorthin zu segeln. Viel Wind und Wellen an der zum Atlantik offenen Westküste. Ein sehr überschaubares Hafenangebot. Lange Entfernungen zwischen den einzelnen Häfen. Viele der Häfen nur bei sehr gutem Wetter anlaufbar. Sobald die Bedingungen etwas schlechter sind ist die Ansteuerung gefährlich oder der Hafen sogar geschlossen. Dass in Figuera da Foz vor einigen Jahren eine deutsche X-Yacht bei der Ansteuerung querschlug und mehrere Todesopfer forderte, erhöht auch nicht gerade unsere Zuversicht.

Nach unseren ersten Meilen in Portugal hat sich vieles jedoch relativiert. Ok, die Wellen sind wirklich hoch. Selbst bei Windstille hat man noch 2 Meter Dünung. Die Atlantikwellen sind jedoch sehr lang und dadurch deutlich angenehmer als zum Beispiel auf der Ostsee oder im Mittelmeer. Viel Wind hatten wir auch. Vor allem am Nachmittag und an Kaps oder in der Ansteuerung von Häfen. Wir haben ganz schön gestaunt, als der Windmesser beim Einlaufen von Viana do Castelo von entspannten 5 Windstärken auf knappe 8 zulegt. Dafür kommt der Wind eigentlich immer von hinten und Stürme gibt es im Sommer so gut wie keine.

Die Häfen, die wir angelaufen haben, waren mit Ausnahme von Viana do Castel und Oeiras nicht besonders attraktiv. Ausserdem im Vergleich zu Spanien oftmals teurer. Auch Ankern konnten wir hier nicht so viel. Dafür entschädigen die Städte für Alles, was das Segeln hier anspruchsvoll macht. In Lissabon liegen wir direkt im Stadtzentrum, 15 Minuten zu Fuss von allen Attraktionen der portugiesischen Hauptstadt entfernt. In Porto entscheiden wir uns nicht für den Hafen im Zentrum sondern liegen in Leixos. Auch hier sind wir in einer halben Stunde mit dem Bus mitten in der Stadt am Douro. Leider haben wir es nicht mehr geschafft, mit dem Leihwagen in den Alta Douro zu fahren und ein paar Weingüter zu besuchen. Der Wind passt und wir müssen weiter.

Seit Spanien segeln wir mehr oder weniger in Tagesetappen von Hafen zu Hafen. In Portugal wegen den großen Entfernungen auch ab und an mal über Nacht. An den einzelnen Orten bleiben wir dann ein bis zwei Tage. Manchmal auch ein bisschen länger. Nach eineinhalb Monaten haben wir jetzt irgendwie genug vom Hafenhopping. Es ist auf die Dauer anstrengend. Wir möchten lieber seltener auslaufen, dafür länger an einem Ort verbringen. Wir haben uns daher entschieden, nicht mehr weiter in Tagesschlägen an die Algarve zu segeln, sondern von Lissabon direkt nach Madeira abzudrehen.

Auch wenn wir wahrscheinlich nicht mehr mit dem Segelboot nach Portugal kommen werden hat uns das Land super gefallen. Wir haben sogar schon eine ganze Liste mit Dingen, die wir uns später einmal im Urlaub mit Flugzeug und Leihwagen anschauen wollen.

Stefan

 

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2 Gedanken zu “Segeln in Portugal – Traum oder Alptraum

  1. Hallo Johanna und Stefan,

    sehr interessant, wie unterschiedlich Eindrücke und Erfahrungen sein können! Ebenso wie ihr, hatten wir einen ziemlichen Spundus vor der portugisieschen Atlantikküste. Dann war aber 2014 gar kein Wind, demenstsprechend auch kaum Welle. Wir motorten in schönen Tagesetappen bis Lissabon. Die teuerste Marina war in Galicien (Galizien liegt ganz woanders ;-)), in Mouros, die blliigste und sicherste in Povoa de Varzim, 170 Euro für einen Monat (wir waren zu Hause).

    Wir haben auch immer mal länger in einem Ort verbracht und uns das Landesinnere agesehen: Portugal ist wunderschön und wird in D total unterschätzt! Sollte einer der Leser mehr lesen wollen, auf http://www.sy-yemanja.de gibt es einige Berichte und Info.

    Lasst euch Zeit für Madeira! Die Insel war sicher einer der Höhepunkte auf unserer bisherigen Reise. Unbedingt einen Mietwagen nehmen und los!

    Weiterhin viel Spaß und Fair Winds, villeicht treffen wir einander ja mal!
    Liebe Grüße
    Steffi

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