Durststrecke

Es ist Anfang März. Es ist kalt, grau, nass. So richtig kann ich mir noch nicht vorstellen, dass wir bald wieder auf der GT sind. Ich habe sie so lange nicht gesehen, der Sommer scheint ewig her. Die große Blase ist geplatzt. Wir haben gekündigt und die Einladungen zur Abschiedsparty geschickt. Aber trotzdem will sich die Euphorie bei mir nicht so richtig einstellen. Noch 3 Monate. Scheint nicht lang, fühlt sich aber an wie eine Ewigkeit. Januar und Februar sind nur so dahin geschlichen. Obwohl viel passiert ist und wir gute Fortschritte bei der Vorbereitung machen.

Unser Leben hat sich im letzten Jahr verändert. Vor allem diesen Winter. Jede freie Minute, jedes Wochenende hängen wir im Netz und recherchieren, lesen Bücher oder verbringen sonstwie mit Planung. Wirklich oft draussen waren wir nicht. Touren durch Deutschland um Freunde zu besuchen sind seltener geworden. Das Geld für das sonst obligatorische Essen gehen am Wochenende sparen wir immer öfter und kochen stattdessen schön zu Hause. Samstags Weinschorle schlürfen an der Kleinmarkthalle tauscht sich mit Touren durch den Baumarkt, um noch Feuerlöscher, Gasmelder, oder ne Planke zu besorgen. Das fühlt sich nicht schlecht an. Nein, es macht sogar Spaß. Es ist nur anders.

Ich habe seit zirka einem Jahr keine Klamotten mehr gekauft. Nachdem ich meinen Schrank ordentlich ausgemistet habe erscheint er fast leer. Besonders meine Büro Garderobe hat gelitten. Der Zeitvertreib von früher wurde eingestellt, es werden keine Handtaschen oder Schuhe mehr angeschafft. Die Shopping Newsletter von Vent Privee oder P&C werden gleich gelöscht. Alles was nicht mit auf die GT kann wird nicht gekauft. Warum auch? Was soll die Handtaschen ein, zwei Jahre im Schrank? Wenn wir wieder da sind ist sie bestimmt out. Gleiches gilt für Geburtstagsgeschenke. Meine Kollegen haben an meinem Geburtstag gefragt, was ich von Stefan bekommen habe. Eine Stirnlampe. Was? Ja, eine die auch Rotlicht kann. Aha. Aufregend. Sie wussten da noch nicht was wir vorhaben. Ich bekomme mit diesem Projekt wieder mehr und mehr das Gefühl für das Wesentliche. Was brauchen wir wirklich? Wollen wir uns damit belasten? Worein investieren wir und was brauchen wir eigentlich nicht? Mir verlangt das viel Disziplin ab. Stefan kann das aus meiner Sicht deutlich besser. Gut, dass wir ein Team sind.

 Johanna

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